Rhein-Niedrigwasser: Drohen höhere Spritpreise?
Rhein-Niedrigwasser: Drohen höhere Spritpreise?

Der Rhein führt derzeit so wenig Wasser wie selten: An der Engstelle bei Kaub in Rheinland-Pfalz beträgt der Pegel nur noch 24 Zentimeter. Die Schifffahrt ist massiv eingeschränkt, viele Frachtschiffe können nur mit einem Bruchteil ihrer üblichen Ladung fahren oder müssen ganz im Hafen bleiben. Das treibt die Transportkosten in die Höhe – und könnte sich direkt an den Tankstellen bemerkbar machen.

Ökonom warnt vor steigenden Treibstoffpreisen

Der Ökonom Thilo Schaefer vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft erklärte im SPIEGEL-Interview: „Hält das Niedrigwasser an, dürften Treibstoffe in einigen Regionen knapper werden. Dann steigen auch die Preise.“ Er verweist auf das Jahr 2018, als ein ähnliches Phänomen die Benzinpreise von 1,34 Euro auf 1,42 Euro je Liter klettern ließ. Das entspreche einem Anstieg von etwa acht Cent und gebe einen Eindruck vom möglichen Ausmaß.

Schaefer, dessen Büro direkt am Rhein liegt, berichtete, dass während des gesamten Interviews kein einziges Frachtschiff vorbeigefahren sei. Normalerweise gehöre das Tuckern der Motoren zu seiner ständigen Geräuschkulisse. Die aktuelle Ruhe sei ein deutliches Zeichen für die Schwere der Lage.

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Auswirkungen auf Industrie und Verbraucher

Besonders betroffen ist die Mineralölindustrie, die ihre Produkte üblicherweise per Schiff transportiert. Steigende Transportkosten schlagen direkt auf die Verbraucherpreise durch. Auch andere Industriezweige, die auf den Rhein als Transportweg angewiesen sind, leiden unter den niedrigen Pegeln. Die Dürre hat damit das Potenzial, nicht nur Sprit, sondern auch andere Güter zu verteuern.

Die Lage ist angespannt: Seit Wochen fehlt es an ausreichend Regen, die Flüsse in weiten Teilen Deutschlands führen historisch wenig Wasser. Für den Rhein bedeutet das, dass die Schifffahrt nur eingeschränkt möglich ist. Die Betreiber von Tankstellen und Raffinerien beobachten die Entwicklung mit Sorge.

Blick auf die Zukunft

Ob die Preise tatsächlich steigen, hängt davon ab, ob sich die Wetterlage in den kommenden Wochen bessert. Schaefer betont, dass ein anhaltendes Niedrigwasser die Versorgungssicherheit gefährden könne. Die Verbraucher sollten sich auf mögliche Preissteigerungen einstellen, auch wenn derzeit noch keine akute Knappheit herrscht.

Die Bundesregierung beobachtet die Lage, hat aber bislang keine Maßnahmen ergriffen. Experten fordern langfristige Anpassungen, etwa den Ausbau der Binnenschifffahrt auf niedrige Wasserstände oder alternative Transportwege. Bis dahin bleibt der Rhein ein unberechenbarer Faktor für die Wirtschaft.

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