Chicago, Montagabend, 21.000 Menschen, eine Bühne – und eine bange Frage: Wie geht es Ariana Grande (33)? Es war ihr erster Auftritt, nachdem ihr Management verkündet hatte, dass sich der Superstar nach dieser Tournee vorerst aus der Öffentlichkeit zurückziehen wird. BILD war im United Center dabei.
Ein Auftritt zwischen Jubel und Sorge
Kurz nach 21 Uhr betrat die Sängerin unter ohrenbetäubendem Jubel die Bühne. „Ariana!“-Sprechchöre, Tränen, Gänsehaut. Doch wer Grande von früheren Auftritten kennt, bemerkte schnell: Etwas fehlte. Die Leichtigkeit, die Leidenschaft, die Power, das Funkeln. Das Programm absolvierte sie professionell – jede Choreografie saß, jede Note stimmte. Doch vieles wirkte wie Pflichterfüllung. In sich gekehrt, kontrolliert, distanziert. Auf den Nahaufnahmen der Videoscreens wirkte sie angespannt und verschlossen. Ein Blick, der immer wieder nach innen gerichtet schien. Kaum ein Lächeln, das wirklich ankam.
Vorbereitete Erklärung statt spontaner Worte
In einem langen rosafarbenen Kleid trat sie ans Mikrofon – und las eine vorbereitete Erklärung zum geplanten Rückzug vor. Wort für Wort. „Die Ankündigung von gestern war weder eine spontane Reaktion noch eine impulsive Entscheidung“, sagte Grande. „Ich hatte das schon vor langer Zeit im Stillen für mich beschlossen und geplant.“ Doch ihre Worte wirkten einstudiert und distanziert. Chicago ist die vorletzte Station ihrer Tour: Nach insgesamt drei Konzerten dort folgen für Ariana Grande noch zehn Abschiedsshows in London, bevor sie sich vorerst aus der Öffentlichkeit zurückzieht.
Sie stellte klar, dass Spekulationen in sozialen Medien falsch seien – nicht „die Negativität“ nehme ihr die Freude. Menschen müssten Grenzen setzen. Die Tour sei „die großartigste Erfahrung“ ihres beruflichen und kreativen Lebens. Zum Abschluss sagte sie zu ihren Fans: „Nichts kann die Liebe verändern, die wir miteinander teilen.“ Schöne Worte. Aber an diesem Abend wirkten sie wie eine Kulisse.
Fans zeigen Verständnis, aber auch Sorge
Bei vielen Besuchern stieß Grandes Erklärung auf Verständnis. Vanessa Gonzales (17), Schülerin, sagte zu BILD: „Ich fand es sehr wichtig, dass Ariana die Gerüchte selbst angesprochen hat.“ Im Internet kursierten viele Falschinformationen, erklärt sie. „Mir ist aufgefallen, dass sie sehr viel Gewicht verloren hat. Aber ich finde, jeder Mensch macht Veränderungen mit seinem Körper durch.“
Lehrerin Allie Jackson (32) zeigte sich dagegen etwas mehr besorgt: „Falls sie gesundheitliche Probleme hat, hoffe ich, dass sie Hilfe bekommt. Und wenn sie eine Pause braucht, ist das völlig okay.“
Expertenstimmen: Pause ist richtig
Künstlermanager Diego Pawlak (29), der das Konzert mit Freunden aus einer Suite verfolgte, lobte den Auftritt ausdrücklich: „Wenn man merkt, dass man eine Auszeit braucht, sollte man sie sich nehmen.“ Ariana habe „fantastisch gesungen und getanzt“. Künstler kämen nach einer Pause oft stärker zurück. „Sie soll sich einfach so viel Zeit nehmen, wie sie braucht.“
Soundtechniker Israel Terrell (25) zu BILD: „Sie wirkt einfach müde. Und das ist verständlich – eine Welttournee ist extrem anstrengend. Es ist gut, dass sie jetzt eine Pause macht.“
Standing Ovations zum Abschied
Am Ende des Abends standen lange Standing Ovations. Die Fans feierten sie, als wollten sie ihr etwas mitgeben für die Zeit danach. Ariana Grande lieferte ab. Doch das Strahlen, für das ihre Fans sie lieben, blieb an diesem Abend weitestgehend aus. Vor ihr liegen noch zwei Konzerte in Chicago und zehn Abschiedsshows in London – bevor sie sich nach dem Tourfinale aus der Öffentlichkeit zurückzieht.



