Seit dem 1. Juli 2026 ist der Tankrabatt in Deutschland ausgelaufen. An den meisten Tankstellen sind die Preise für Benzin und Diesel wieder deutlich gestiegen. Verkehrsexperte Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt sich im Interview mit dem SPIEGEL erfreut über das Ende der Steuervergünstigung. „Es ist erfreulich, dass der Tankrabatt jetzt ausläuft“, sagte Puls. Er hofft auf einen positiven Effekt für den Klimaschutz und die Verkehrswende.
Preisanstieg an den Tankstellen
Bereits am frühen Morgen des 1. Juli 2026 verzeichneten viele Tankstellen in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern deutliche Preiserhöhungen. Laut ADAC stieg der Preis für einen Liter Super E10 um durchschnittlich 15 Cent auf 1,89 Euro. Diesel verteuerte sich um 13 Cent auf 1,78 Euro. Die Preise liegen damit wieder auf dem Niveau vor Einführung des Tankrabatts im Juni 2026.
Hintergrund des Tankrabatts
Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt am 1. Juni 2026 eingeführt, um Autofahrer angesichts hoher Energiepreise zu entlasten. Die Steuervergünstigung senkte die Preise an den Zapfsäulen um rund 30 Cent pro Liter. Kritiker bemängelten jedoch, dass der Rabatt klimaschädliches Verhalten belohne und die Entlastung vor allem Mineralölkonzernen zugutekomme. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) verteidigte die Maßnahme als zeitlich begrenzte Hilfe.
Experte sieht positive Effekte
Thomas Puls bewertet das Auslaufen des Rabatts positiv: „Das Kernproblem wird bestehen bleiben: Der Tankrabatt hat die Nachfrage nach Sprit künstlich hochgehalten. Jetzt werden die Preise wieder den tatsächlichen Kosten entsprechen.“ Er erwartet, dass Autofahrer ihr Mobilitätsverhalten anpassen und verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen. „Für den Klimaschutz ist das ein wichtiger Schritt“, so Puls.
Auswirkungen auf Autofahrer
Für Autofahrer bedeutet das Ende des Tankrabatts eine finanzielle Mehrbelastung. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern und einem Verbrauch von acht Litern auf 100 Kilometern entstehen zusätzliche Kosten von rund 180 Euro pro Jahr. Der ADAC empfiehlt, auf spritsparende Fahrweise zu achten und Fahrgemeinschaften zu bilden. Langfristig könnte der Preisanstieg die Nachfrage nach Elektroautos und Hybridfahrzeugen erhöhen.
Politische Reaktionen
Die Opposition im Bundestag kritisierte das Auslaufen des Rabatts. Die Linke forderte eine Verlängerung, um Geringverdiener zu entlasten. Die Grünen hingegen begrüßten das Ende der Subvention. „Der Tankrabatt war ein teurer Irrweg. Jetzt muss die Bundesregierung endlich in den Ausbau des Nahverkehrs und der Ladeinfrastruktur investieren“, erklärte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Katharina Dröge.
Fazit
Das Ende des Tankrabatts führt zu höheren Spritpreisen. Verkehrsexperte Thomas Puls sieht darin eine Chance für mehr Klimaschutz. Autofahrer müssen sich auf dauerhaft höhere Kosten einstellen. Die Diskussion über eine nachhaltige Mobilitätspolitik wird damit neu entfacht.



