BDI senkt Prognose: Nur 0,4 Prozent Wachstum für 2026 erwartet
BDI senkt Wachstumsprognose auf 0,4 Prozent

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr drastisch nach unten korrigiert. Statt der im Januar noch erwarteten 1,0 Prozent rechnet der Verband nun nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. Diese Ankündigung erfolgte am Montag zum Tag der Industrie in Berlin.

Nahost-Krieg als Hauptbelastungsfaktor

Als wesentlichen Grund für die pessimistischere Einschätzung nannte der BDI den seit Ende Februar andauernden Nahost-Krieg. Dieser habe zu deutlich höheren Energiepreisen und erheblichen Störungen der Lieferketten geführt. Die deutschen Industrieunternehmen leiden zudem unter den gestiegenen Kosten und der Unsicherheit auf den Weltmärkten.

BDI-Präsident Peter Leibinger betonte jedoch, dass nicht nur externe Faktoren die Konjunktur belasten. „Die Lage der deutschen Industrie ist kritisch“, sagte er. „Kritisch heißt aber nicht hoffnungslos.“ Es komme nun auf die Entscheidungen der Politik an, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.

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Forderung nach großem Reformpaket

Der BDI appelliert an die Bundesregierung aus Union und SPD, ein umfassendes Reformpaket zu schnüren. „Die Lasten des Pakets müssen fair verteilt werden. Über isolierte Einzelreformen lässt sich das nicht erreichen und vermitteln“, so Leibinger. Die Koalition habe dies nun über ein Jahr lang versucht, die Bilanz sei jedoch nicht gut.

Konkret fordert der Verband spürbare Entlastungen für Unternehmen: niedrigere Steuern, verbesserte Abschreibungsregeln und gezielte Innovationsanreize. Zudem dürfe Arbeit nicht weiter verteuert werden, und die Staatsmodernisierung dürfe kein Schlagwort bleiben. Ohne entschlossene Reformen drohten dauerhafte Verluste in der Wertschöpfung.

Tag der Industrie mit hochkarätigen Rednern

Zum Tag der Industrie werden am Montag und Dienstag mehr als 1500 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft in Berlin erwartet. Zu den prominenten Rednern zählen unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die Veranstaltung bietet eine Plattform für Diskussionen über die Zukunft der deutschen Industrie und notwendige wirtschaftspolitische Weichenstellungen.

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