Bundesbank-Analyse: Deutsche Wirtschaft startet 2026 nur mit verhaltenem Wachstum
Bundesbank: Verhaltenes Wachstum im ersten Quartal 2026

Deutsche Wirtschaft startet 2026 mit gedämpftem Tempo

Die deutsche Wirtschaft kommt im neuen Jahr nur langsam in Fahrt. Nach der aktuellen Analyse der Bundesbank wird das erste Quartal 2026 zwar eine Fortsetzung des Erholungskurses bringen, allerdings mit deutlich gebremster Dynamik. „Im ersten Quartal dürfte die Wirtschaft den Erholungskurs fortsetzen, wenngleich nur mit schwacher Dynamik“, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Notenbank aus Frankfurt am Main.

Fiskalische Impulse als Wachstumstreiber ab Frühjahr

Ab dem kommenden Frühjahr rechnet die Bundesbank mit einer spürbaren Belebung der Konjunktur. „Ab dem Frühjahr dürfte die deutsche Wirtschaft, getragen vor allem durch fiskalische Impulse, aber dynamischer wachsen“, prognostizieren die Experten. Als wesentliche Treiber identifizieren sie dabei die geplanten Milliardeninvestitionen in Infrastrukturprojekte und Verteidigungsausgaben, die die Wirtschaftsleistung nachhaltig stimulieren sollen.

Exporte zeigen erste Aufwärtstendenz

Im Bereich der Auslandsnachfrage zeichnen sich ermutigende Entwicklungen ab. Nach den Rückschlägen infolge internationaler Zollerhöhungen gehen mittlerweile wieder vermehrt Bestellungen für Produkte „Made in Germany“ aus dem Ausland ein. Die Bundesbank konstatiert: „Damit zeichnet sich nach den Rückschlägen im Umfeld der Zollerhöhungen mittlerweile eine Aufwärtstendenz in der Auslandsnachfrage ab“. Allerdings bleibt die Wettbewerbsposition der deutschen Industrie weiterhin angespannt, was die Möglichkeiten zur Teilhabe am wachsenden Welthandel begrenzt.

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Bau und privater Konsum als Wachstumsbremsen

Wenig Impulse für das Wirtschaftswachstum erwartet die Bundesbank in den ersten Monaten des Jahres vom Bausektor und vom privaten Konsum. Der schneereiche Winter bremst aktuell die Bautätigkeit deutlich aus. Auf Verbraucherebene deuten erste Indikatoren darauf hin, dass das erhöhte Konsumniveau möglicherweise nicht gehalten werden kann. Zwar hat sich die Kauflaune der Menschen in Deutschland zum Jahresanfang aufgehellt, doch bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten, die konsumdämpfend wirken können.

Auftragseingänge mit gemischter Bilanz

Die zuletzt stark gestiegenen Auftragseingänge in der deutschen Industrie stammen nach Einschätzung der Bundesbank überwiegend aus dem Inland und sind Großaufträgen im Zusammenhang mit zusätzlichen Verteidigungsausgaben zuzuschreiben. Diese Aufträge schlagen sich jedoch nicht unmittelbar in der laufenden Produktion nieder, was die unmittelbare wirtschaftliche Wirkung dämpft.

Positive Entwicklung zum Jahresende 2025

Im Rückblick auf das vergangene Jahr verzeichnete die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal 2025 ein Wachstum von 0,3 Prozent – den stärksten Zuwachs innerhalb eines Vierteljahres seit drei Jahren. Diese vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Bruttoinlandsprodukt werden am kommenden Mittwoch (25. Februar) durch ausführliche Ergebnisse konkretisiert. Im Gesamtjahr 2025 schrammte Europas größte Volkswirtschaft mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent knapp an einem dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum vorbei.

Die Bundesbank bleibt damit in ihrer Gesamteinschätzung vorsichtig optimistisch: Während der Start ins Jahr 2026 verhalten ausfällt, sollen strukturelle Impulse und fiskalische Maßnahmen in der weiteren Jahresentwicklung für spürbaren Konjunkturaufschwung sorgen.

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