IWH-Studie: Hohe Energiepreise bremsen deutsche Konjunkturerholung deutlich
Energiepreise dämpfen Wachstum - IWH korrigiert Prognose

IWH korrigiert Prognose: Energiepreise bremsen wirtschaftliche Erholung

Der anhaltende Konflikt am Persischen Golf hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und trübt damit die Aussichten für die deutsche Wirtschaft erheblich. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat seine Konjunkturprognose für die kommenden Jahre nach unten korrigiert. Zwar bleibt die wirtschaftliche Erholung grundsätzlich auf Kurs, doch fällt das erwartete Wachstum nun deutlich schwächer aus als noch Ende des vergangenen Jahres prognostiziert.

Wachstumsprognose deutlich gesenkt

Die Experten des renommierten Instituts erwarten für das laufende Jahr nun lediglich ein Wachstum von 0,7 Prozent. Für das Jahr 2027 prognostizieren sie ein Wachstum von etwa einem Prozent. Diese Zahlen liegen deutlich unter den bisherigen Annahmen vom Dezember, als das IWH für beide Jahre jeweils ein Wachstum von rund einem Prozent vorhergesagt hatte. Die Revision der Prognose erfolgte vor dem Hintergrund massiv gestiegener Energiepreise, die sowohl die Produktionskosten der Unternehmen als auch die Kaufkraft der privaten Haushalte belasten.

Der Ölpreis ist seit dem Kriegsausbruch zeitweise auf über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, was zu erheblichen Mehrkosten in der gesamten Wertschöpfungskette führt. Diese zusätzliche finanzielle Belastung wirkt sich unmittelbar auf die Konjunktur aus und bremst den wirtschaftlichen Aufschwung spürbar. Neben den hohen Energiekosten hat laut Institutsangaben auch die kalte Witterung zu Jahresbeginn die Bauaktivität in Deutschland gebremst, was die wirtschaftliche Erholung zusätzlich verlangsamt.

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Exporte und Staatsausgaben als Stützpfeiler

Trotz der gedämpften Prognose sieht das IWH durchaus positive Signale für die deutsche Wirtschaft. „Was die Konjunktur im laufenden Jahr zusätzlich stützen dürfte, ist eine Stabilisierung der Exporte“, erklärt IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller. Die Experten gehen davon aus, dass weitere negative Impulse durch die US-Zollpolitik ausbleiben werden und die internationale Konjunktur insgesamt robust bleibt. Diese Faktoren könnten dazu beitragen, die negativen Effekte der hohen Energiepreise teilweise zu kompensieren.

Für die ostdeutschen Bundesländer prognostizieren die Forscher eine ähnliche Entwicklung wie für den gesamtdeutschen Durchschnitt. Auch hier wird mit einem moderaten, aber stetigen Wachstum in den kommenden beiden Jahren gerechnet. Die regionalen Wirtschaftsstrukturen zeigen sich dabei erstaunlich resilient gegenüber den externen Schocks, auch wenn die Belastungen durch gestiegene Energiekosten natürlich gleichermaßen spürbar sind.

Langfristige Auswirkungen auf Wirtschaftspolitik

Die aktuelle Situation unterstreicht die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von stabilen Energiepreisen und friedlichen globalen Handelsbeziehungen. Die gestiegenen Kosten führen nicht nur zu unmittelbaren wirtschaftlichen Einbußen, sondern werfen auch langfristige Fragen zur Energieversorgungssicherheit und zur Diversifizierung der Energiequellen auf. Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Abfederung der Preissteigerungen und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen gewinnen vor diesem Hintergrund an Bedeutung.

Die IWH-Prognose macht deutlich, dass trotz aller Herausforderungen die Grundlagen für eine wirtschaftliche Erholung vorhanden sind. Entscheidend wird sein, wie gut es gelingt, die negativen Effekte der Energiepreisexplosion durch gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen und eine Stärkung der Exportkraft abzufedern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die deutsche Wirtschaft trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ihren Erholungskurs fortsetzen kann.

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