Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im Juni nicht mehr so stark angehoben. Die Erzeuger gewerblicher Produkte – von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern – verlangten im Schnitt 1,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.
Rückgang gegenüber Mai
Im Mai hatte es mit 2,2 Prozent noch den stärksten Anstieg seit drei Jahren gegeben, nachdem die Ölpreise infolge des Iran-Kriegs kräftig gestiegen waren. Von Mai auf Juni fielen die Erzeugerpreise um 0,3 Prozent.
Energie verteuerte sich diesmal um 0,4 Prozent zum Vorjahresmonat. „Durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten“ stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse um 23,7 Prozent, wie die Statistiker betonten. Für leichtes Heizöl wurde um 23,6 Prozent mehr verlangt, für Kraftstoffe 12,0 Prozent mehr.
Gegensätzliche Entwicklungen bei Energie
„Demgegenüber gab es bei Erdgas und elektrischem Strom, auch bedingt durch das immer noch hohe Preisniveau seit Beginn des Kriegs in der Ukraine, im Juni 2026 sogar Preissenkungen gegenüber dem Vorjahresmonat“, betonten die Statistiker. Erdgas verbilligte sich um 1,8 Prozent, Strom um 4,2 Prozent und Fernwärme um 0,5 Prozent.
Nahrungsmittel wurden um 4,5 Prozent billiger als im Juni 2025. Deutlich günstiger zu haben waren Butter (-42,0 Prozent) und Schweinefleisch (-21,8 Prozent). Teurer waren hingegen pflanzliche Öle (+8,5 Prozent) sowie Back- und Teigwaren (+2,6 Prozent).
Frühindikator für Inflation
Erzeugerpreise gelten als frühes Signal für die allgemeine Inflation. Die deutschen Verbraucherpreise sind im Juni auch wegen der Einführung des Tankrabatts nicht mehr so stark gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 2,3 Prozent, nach 2,6 Prozent im Mai und 2,9 Prozent im April.
Die Europäische Zentralbank stemmt sich mit höheren Zinsen gegen die Inflation im Euroraum. Der Einlagensatz wurde zuletzt von 2,0 auf 2,25 Prozent erhöht – die erste Anhebung seit knapp drei Jahren. An diesem Donnerstag dürfte die EZB ihren Leitzins hingegen nicht antasten.



