Handwerk in der Krise: ZDH prognostiziert Stagnation und massiven Jobabbau
Handwerk: Stagnation und Jobabbau trotz minimalem Wachstum

Deutsches Handwerk kämpft mit anhaltender Stagnation und massivem Stellenabbau

Das deutsche Handwerk befindet sich weiterhin in einer schwierigen Phase. Nach einem enttäuschenden Jahr 2025, das entgegen früheren Prognosen mit Stagnation oder nur minimalem nominalem Wachstum endete, erwartet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) für 2026 lediglich ein Umsatzwachstum von 1 Prozent. Gleichzeitig prognostiziert der Verband einen dramatischen Rückgang der Beschäftigung um etwa 60.000 Arbeitsplätze.

Branchenverband korrigiert Prognosen nach unten

Ursprünglich hatte der ZDH für das vergangene Jahr noch ein leichtes Wachstum von 1 Prozent erwartet. Diese optimistische Einschätzung musste der Verband jedoch deutlich nach unten korrigieren. Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH, betonte im Vorfeld der Internationalen Handwerksmesse in München, dass die aktuelle Situation differenziert betrachtet werden müsse.

Während sich einige Bereiche wie:

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  • Gebäudetechnik
  • Energieeffizienz
  • Klimaanpassung

relativ stabil entwickeln würden, stünden andere Handwerkszweige unter erheblichem Druck. Besonders betroffen seien:

  1. Energieintensive Betriebe
  2. Bauhauptgewerbe
  3. Lebensmittelhandwerke

Regierungsbilanz fällt gemischt aus

Nach fast 300 Tagen der neuen Bundesregierung zieht der ZDH eine durchwachsene Bilanz. Zwar begrüßt der Verband einige initiierte Maßnahmen wie:

  • Verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen
  • Die Einrichtung eines Entlastungskabinetts
  • Die Modernisierungsagenda

Doch in vielen Betrieben überwiege die Ernüchterung. „Von diesen Maßnahmen kommt zu wenig im Betriebsalltag an“, kritisierte Schwannecke. Der enorme Belastungsdruck durch Bürokratie, Steuern, Sozialabgaben und Energiepreise bleibe unverändert hoch.

Besonders enttäuschend sei, dass der angekündigte „Herbst der Reformen“ ausgefallen sei und viele versprochene Maßnahmen noch nicht umgesetzt worden seien. Diese Entwicklung hinterlasse in vielen Handwerksbetrieben Frustration und Unzufriedenheit.

Internationale Handwerksmesse als politische Bühne

Die am 4. März beginnende Internationale Handwerksmesse (IHM) in München bietet dem Handwerk eine wichtige Gelegenheit, seine Sorgen direkt an die Regierung zu adressieren. Traditionell nutzt auch die Politikprominenz diese Veranstaltung, um mit Vertretern der Branche ins Gespräch zu kommen.

Der massive Stellenabbau von rund 60.000 Arbeitsplätzen im kommenden Jahr ist laut ZDH vor allem auf altersbedingte Ausscheidungen zurückzuführen. Diese Entwicklung verdeutlicht die strukturellen Herausforderungen, vor denen das deutsche Handwerk steht, und unterstreicht die Dringlichkeit wirksamer politischer Maßnahmen zur Unterstützung der Branche.

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