Handwerkskrise in Mansfeld-Südharz: Betriebszahl bricht in zehn Jahren um 15 Prozent ein
Handwerkskrise: 15 Prozent weniger Betriebe in Mansfeld-Südharz

Handwerkskrise in Mansfeld-Südharz: Betriebszahl bricht in zehn Jahren um 15 Prozent ein

Die traditionelle Redewendung „Handwerk hat goldenen Boden“ verliert in der Region Mansfeld-Südharz zunehmend an Gültigkeit. Die Zahl der Handwerksbetriebe ist hier seit Jahren kontinuierlich rückläufig und hat im Jahr 2024 einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Dieser besorgniserregende Trend setzt sich fort, wie aktuelle Daten für das Jahr 2025 zeigen.

Dramatischer Rückgang über ein Jahrzehnt

Insgesamt ist die Anzahl der Handwerksbetriebe in Mansfeld-Südharz innerhalb der letzten zehn Jahre um etwa 15 Prozent eingebrochen. Dieser signifikante Rückgang stellt eine ernsthafte Herausforderung für die lokale Wirtschaft und die Beschäftigungssituation in der Region dar. Die Entwicklung hat sich in den letzten Jahren sogar noch beschleunigt, was auf tiefgreifende strukturelle Probleme hindeutet.

Expertin nennt Gründe für den Einbruch

Regina Ziesche, die Chefin der Handwerkskammer im Landkreis Mansfeld-Südharz, äußert sich besorgt über diese anhaltende negative Entwicklung. Sie betont, dass mehrere Faktoren zu diesem dramatischen Rückgang beitragen. Zu den Hauptgründen zählen demografische Veränderungen, Nachwuchsmangel und wirtschaftliche Schwierigkeiten. Viele Betriebsinhaber erreichen das Rentenalter, finden jedoch keine geeigneten Nachfolger, die den Betrieb übernehmen könnten.

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Zudem erschweren steigende Kosten für Materialien, Energie und Bürokratie die wirtschaftliche Situation vieler Handwerksunternehmen. Die Konkurrenz durch größere Firmen und veränderte Konsumgewohnheiten der Kunden verschärfen die Lage zusätzlich. Diese Kombination aus strukturellen und konjunkturellen Problemen führt dazu, dass immer mehr Betriebe schließen müssen oder gar nicht erst gegründet werden.

Auswirkungen auf die Region

Der Rückgang der Handwerksbetriebe hat weitreichende Konsequenzen für Mansfeld-Südharz:

  • Wirtschaftliche Schwächung: Das Handwerk ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in der Region. Der Einbruch gefährdet Arbeitsplätze und die lokale Wertschöpfung.
  • Versorgungsengpässe: Für die Bevölkerung bedeutet dies möglicherweise längere Wartezeiten und höhere Kosten für handwerkliche Dienstleistungen.
  • Struktureller Wandel: Die Region muss sich auf einen tiefgreifenden wirtschaftlichen Umbau einstellen, der nicht ohne soziale Härten ablaufen wird.

Regina Ziesche fordert daher dringend politische Maßnahmen und Unterstützung, um das Handwerk in Mansfeld-Südharz zu stärken und den negativen Trend umzukehren. Nur so kann die wichtige Rolle des Handwerks für die regionale Wirtschaft und Gesellschaft langfristig erhalten bleiben.

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