Ifo-Index steigt: Deutsche Wirtschaft zeigt erste Aufschwungsignale trotz Trump-Zöllen
Ifo-Index steigt: Aufschwungshoffnung trotz Trump-Zöllen

Ifo-Index klettert: Deutsche Wirtschaft zeigt erste Aufbruchssignale

Die Stimmung in deutschen Unternehmen hellt sich deutlich auf und nährt die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung. Im Februar stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex, das bedeutendste deutsche Konjunkturbarometer, um 1,0 Punkte auf 88,6 Zähler – stärker als von Experten prognostiziert. Dies markiert ein weiteres Signal für ein leichtes Wachstum nach mehreren Krisenjahren. Allerdings wirft die erneute Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump ihre Schatten auf diese positive Entwicklung.

Unternehmen blicken optimistischer in die Zukunft

Laut dem Münchner Ifo-Institut zeigen sich die befragten Firmen zufriedener mit ihren aktuellen Geschäftslagen, und auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich verbessert. „Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Signale einer Belebung“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der aktuellen Umfrage unter 9.000 Unternehmen. Das Geschäftsklima verbesserte sich in der Industrie, im Dienstleistungssektor und im Baugewerbe, lediglich der Einzelhandel verzeichnete leichte Einbußen.

Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), bestätigt diesen Trend: „Die Zahlen untermauern die Trendwende in der Industrie.“ Trotz der jüngsten Zolleskapaden von Donald Trump zeigen wichtige Frühindikatoren wie die gestiegenen Industrieaufträge nach oben.

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Exportbranchen liefern ermutigende Nachrichten

Besonders erfreulich entwickelte sich die deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Sie steigerte ihre Exporte im Jahr 2025 trotz anhaltender Handelskonflikte mit den USA auf einen Rekordwert von fast 258 Milliarden Euro. Ein starkes Europageschäft und sprunghaft wachsende Ausfuhren im Dezember trugen maßgeblich zu diesem Erfolg bei, wie der Branchenverband ZVEI mitteilte.

Auch der Maschinenbau meldete zum Jahresende 2025 höhere Exporte, obwohl die weltweiten Ausfuhren von Maschinen und Anlagen im Jahresvergleich um 1,8 Prozent zurückgingen. Das Geschäft mit den USA brach aufgrund der Zölle sogar um acht Prozent ein.

Neue Verunsicherung durch Trumps Zollankündigungen

Parallel zu den positiven Konjunktursignalen sorgt die erneute Zollpolitik von Donald Trump für neue Turbulenzen. Nach einer Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof der USA kündigte der Präsident am Wochenende neue weltweite Zölle an: zunächst vorübergehend zehn, dann 15 Prozent auf Importe in die Vereinigten Staaten.

Der Supreme Court hatte Trump untersagt, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz aus den 1970er Jahren Zölle gegen Importe aus vielen Ländern zu verhängen. Infolge dieser Entscheidung stoppte die US-Zollbehörde teilweise die Erhebung von Abgaben. Unklar bleibt, ob Unternehmen bereits gezahlte Milliardenbeträge zurückerstattet bekommen.

Experten bewerten die Lage unterschiedlich

Während einige Volkswirte optimistisch stimmen, bleiben andere vorsichtig. Christoph Swonke, Konjunkturanalyst bei der DZ Bank, schrieb: „Deutschland klettert aus dem Konjunkturtal.“ Pünktlich zu den milderen Temperaturen laufe sich auch die Wirtschaft warm – wenn auch nur in Mini-Schritten. Der Aufwärtstrend sei vor allem auf Fiskalpakete für Infrastruktur und Verteidigung zurückzuführen.

Robin Winkler, Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sieht sogar Grund für mehr Optimismus: „Wir sehen immer deutlichere Anzeichen, dass die Konjunktur ordentlich Schwung aufnimmt.“

Dagegen mahnt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer zur Vorsicht: „Das Ausbleiben der notwendigen breiten Wirtschaftsreformen belastet die Stimmung. Rüstungsaufträge allein machen noch keinen Aufschwung.“

Handelsdeal zwischen EU und USA in der Schwebe

Zusätzlich zur Zollpolitik Trumps gibt es Zweifel an der Umsetzung des Handelsdeals zwischen Brüssel und Washington aus dem vergangenen Sommer. Die Vereinbarung sieht vor, dass für die meisten EU-Importe in die USA ein Zoll von maximal 15 Prozent gelten soll. Das Abkommen muss noch vom EU-Parlament angenommen werden.

Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses, forderte vor einer Sondersitzung des Verhandlungsteams im EU-Parlament am Montag eine Aussetzung des Deals. Dies unterstreicht die anhaltende Unsicherheit im internationalen Handel.

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Ulrich Kater, Chefvolkswirt bei der Dekabank, relativiert die Bedeutung der Zollkapriolen: „Für die Unternehmen ist jetzt Planungssicherheit wichtiger, als ob es mit den Zöllen noch einmal etwas herauf oder herunter geht.“

Insgesamt zeigt die deutsche Wirtschaft erste Anzeichen einer Erholung, bleibt aber durch internationale Handelskonflikte und innenpolitische Herausforderungen belastet. Die Bundesregierung erwartet für 2026 ein Wachstum von einem Prozent, nachdem die Wirtschaft 2025 nur ein Mini-Wachstum verzeichnet hatte und in den beiden Vorjahren geschrumpft war.