Ifo-Index: Deutsche Unternehmen so pessimistisch wie seit sechs Jahren nicht
Ifo-Index: Stimmung in Unternehmen auf Sechsjahrestief

Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen ist so schlecht wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im April auf 84,4 Punkte, nach 86,3 Punkten im März. Dies ist der niedrigste Wert seit Mai 2020. Die Unternehmen blicken nicht nur erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate, sie bewerten auch ihre aktuelle Lage schlechter. „Die Hoffnungen auf einen Aufschwung sind vorerst dahin“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9000 Unternehmen.

Irankrieg trifft deutsche Wirtschaft hart

Laut den Forschern treffen die Folgen des Irankriegs die deutsche Wirtschaft hart. In der Industrie hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Besonders in der chemischen Industrie seien die Aussichten schlecht. Ihre aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen hingegen etwas besser, sie berichteten allerdings zunehmend von Lieferengpässen bei Vorprodukten.

Dienstleistungssektor und Handel stark betroffen

Im Dienstleistungssektor ist der Index deutlich gesunken. Vor allem in der Logistikbranche seien die Aussichten düster. Auch im Handel hat das Geschäftsklima stark nachgegeben. Die Unternehmen korrigierten ihre Urteile sowohl bei der aktuellen Lage als auch bei den Erwartungen spürbar nach unten. Die Einzelhändler sorgen sich, dass die Konsumenten aufgrund der Inflation stärker zurückhalten.

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Bauhauptgewerbe bricht ein

Im Bauhauptgewerbe ist das Geschäftsklima eingebrochen. Die Erwartungen gaben fast um zehn Punkte nach. Die Unternehmen waren mit den laufenden Geschäften deutlich weniger zufrieden.

Experte: Rezessionsrisiko steigt mit jedem Tag

„Der Einbruch des Ifo-Geschäftsklimas zeigt unmissverständlich, wie sehr der Energiepreisschock die deutsche Wirtschaft trifft“, sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Selbst wenn die Straße von Hormus nach insgesamt drei Monaten Ende Mai wieder öffnete, werde das Wachstum in diesem Jahr um 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen. „Aber jeder weitere Tag ohne Öllieferungen durch die Straße von Hormus erhöht das Rezessionsrisiko“, so Krämer.

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