IHK-Umfrage: Unternehmen in Sachsen-Anhalt bleiben pessimistisch - Bürokratie und Kosten belasten
IHK-Umfrage: Unternehmen in Sachsen-Anhalt pessimistisch

IHK-Umfrage: Unternehmen in Sachsen-Anhalt bleiben pessimistisch

Die wirtschaftliche Situation in Sachsen-Anhalt zeigt nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammern (IHK) weiterhin keine positiven Impulse. Eine aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Halle-Dessau und IHK Magdeburg offenbart anhaltende Pessimismus unter den Unternehmen des Bundeslandes.

Geschäftsklimaindex verharrt im negativen Bereich

Der IHK-Geschäftsklimaindex, der die aktuelle Geschäftslage und kurzfristigen Erwartungen der Unternehmen zusammenfasst, lag Ende 2025 bei Minus 7,3 Punkten. Zwar hat sich dieser Wert gegenüber den Vorjahren 2023 (Minus 12,3 Punkte) und 2024 (Minus 12,2 Punkte) leicht verbessert, bleibt jedoch deutlich im negativen Bereich. „Seit 2021 erleben wir keinen Aufschwung mehr“, konstatierte Sascha Gläßer, Präsident der IHK Halle-Dessau, bei der Präsentation der Ergebnisse.

Die Probleme betreffen laut der Umfrage alle Wirtschaftsbereiche gleichermaßen:

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  • Industrie
  • Baugewerbe
  • Dienstleistungssektor
  • Verkehrsgewerbe

Bürokratie als Hauptbelastungsfaktor

Neben hohen Personalkosten und schwacher Nachfrage identifizieren die Unternehmen insbesondere die Bürokratie als wesentliches Problem. „Maß und Mitte ist bei dem Thema Bürokratie verloren gegangen“, kritisierte Gläßer. Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau, präzisierte: „Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Personal und Nerven sicher auch.“

Die konkreten Kritikpunkte umfassen:

  1. Übermäßige Anzahl an Vorschriften
  2. Widersprüchliche Regelungen
  3. Parallele Meldepflichten
  4. Fehlende digitale Schnittstellen

Strukturelle Herausforderungen und Reformforderungen

Claudia Meffert, Vizepräsidentin der IHK Magdeburg, wies darauf hin, dass sich viele konjunkturelle Probleme inzwischen zu strukturellen Herausforderungen verfestigt hätten. Die Auswirkungen seien deutlich sichtbar: „Die Investitionsabsichten blieben niedrig, und die Beschäftigtenzahlen gingen zurück“.

Die IHK-Vertreter fordern dringende Reformen und betonen: „Die Zeit der Bequemlichkeiten ist vorbei.“ In diesem Zusammenhang diskutieren sie auch kontroverse Themen wie:

  • Eine Wiederaufnahme der Fracking-Debatte zur Senkung der Energiepreise
  • Eine schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters

Gläßer äußerte sich konkret zur Rentendebatte: „Ich würde diese 70 nicht ausschließen.“ Er verwies darauf, dass in manchen Branchen Frühverrentungsmöglichkeiten genutzt würden, obwohl die Beschäftigten körperlich weiterarbeiten könnten – eine Entwicklung, die gesellschaftlich anders gedacht gewesen sei.

Die Unternehmen in Sachsen-Anhalt blicken somit weiter mit Sorge in die Zukunft. Zwischenzeitlich aufgekommene Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung hätten sich im vergangenen Jahr nicht erfüllt, so das ernüchternde Fazit der IHK-Umfrage.

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