Inflation: 58 Prozent der Deutschen schränken sich ein
Inflation: 58 Prozent der Deutschen sparen im Alltag

Der Ölpreisschock infolge des Irankriegs hat das Leben in Deutschland deutlich verteuert. Die Inflation könnte im April erstmals seit Ende 2023 wieder die Drei-Prozent-Marke überschreiten. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht an diesem Mittwoch eine erste Schätzung auf Basis vorläufiger Daten. Bereits jetzt zwingen die gestiegenen Preise einer Forsa-Umfrage zufolge viele Menschen zum Sparen.

58 Prozent sparen im Alltag

Laut der repräsentativen Umfrage im Auftrag von RTL/ntv gaben 58 Prozent der Befragten an, sich im Alltag einzuschränken. 41 Prozent sagten, ihr Verhalten habe sich nicht wesentlich verändert. Besonders häufig sparen Jüngere unter 30 Jahren sowie Menschen mit geringerem Einkommen. Befragt wurden 1.005 Personen am 24. und 27. April 2026.

Einsparungen in vielen Bereichen

Wer spart, tut dies meist in mehreren Bereichen gleichzeitig. Am häufigsten wird beim Essengehen verzichtet: 76 Prozent der Betroffenen nennen diesen Punkt. Jeweils 69 Prozent reduzieren Ausgaben für Neuanschaffungen und Lebensmittel, 65 Prozent beim Kraftstoff. Auch bei Energieverbrauch, Urlaub und Freizeitaktivitäten schränken sich die Bürger ein: 59 Prozent sparen bei Energie, 57 Prozent beim Urlaub und 55 Prozent bei Freizeitangeboten.

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Mobilitätsverhalten verändert sich

Die gestiegenen Kraftstoffpreise verändern das Mobilitätsverhalten vieler Autofahrer. Knapp jeder dritte Nutzer eines Benzin- oder Dieselautos (31 Prozent) fährt seltener als vor einigen Wochen. 68 Prozent geben an, ihr Fahrverhalten nicht verändert zu haben. Besonders groß ist der Spareffekt bei Menschen mit niedrigerem Einkommen: In Haushalten mit weniger als 2.500 Euro Nettoeinkommen fahren 44 Prozent seltener Auto, bei Haushalten mit über 4.000 Euro sind es 24 Prozent. Wer täglich auf das Auto angewiesen ist, reduziert seine Fahrten seltener als Gelegenheitsfahrer. Wer das Auto häufiger stehen lässt, weicht oft auf andere Verkehrsmittel aus: 51 Prozent nutzen öfter das Fahrrad, 42 Prozent gehen häufiger zu Fuß, 35 Prozent steigen verstärkt auf Busse und Bahnen um und 22 Prozent organisieren Fahrgemeinschaften.

Hintergrund: Irankrieg treibt Energiepreise

Der Krieg im Nahen Osten hat die Energiepreise nach oben getrieben, vor allem Sprit und Heizöl wurden erheblich teurer. Die Inflationsrate stieg im März auf 2,7 Prozent – den höchsten Stand seit Januar 2024. Im Februar lag sie noch bei 1,9 Prozent. Je höher die Inflation, desto weniger können sich Verbraucher für einen Euro leisten. Zudem könnten die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen weiter anziehen, da teure Energie Produktions- und Transportkosten steigen lässt. Mit Beginn der Reisesaison dürften sich auch Flugtickets und Pauschalreisen verteuern.

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