DIW-Studie: Iran-Konflikt bremst Konjunktur leicht, treibt aber Verbraucherpreise deutlich
Iran-Krieg bremst Wirtschaft leicht, treibt Preise deutlich

DIW-Analyse: Iran-Konflikt hat begrenzte Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum

Die anhaltenden Spannungen im Iran-Krieg führen zu steigenden Ölpreisen und sorgen für wachsende Besorgnis über die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin zeigt sich in seiner aktuellen Prognose jedoch verhalten optimistisch. Für die Verbraucher im Land gibt es allerdings eine deutliche Warnung vor höheren Preisen.

Moderate Belastung für die Konjunktur erwartet

Laut der DIW-Einschätzung wird der Iran-Krieg die wirtschaftliche Erholung in Deutschland nur leicht beeinträchtigen. Unter der Annahme, dass der stärkste Preisanstieg bei Energie bereits überwunden ist und die Öl- sowie Gaspreise in diesem Jahr lediglich moderat steigen, prognostizieren die Ökonomen eine Dämpfung des Wachstums um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte. „Insgesamt wird die Erholung der deutschen Wirtschaft damit zwar gebremst, aber nicht gestoppt“, betont das DIW in seiner Analyse.

Präsident Marcel Fratzscher erklärt dazu: „Das wahrscheinliche Szenario ist, dass die Energiepreise nicht dauerhaft auf einem erhöhten Niveau verharren.“ Der jüngste Anstieg der Öl- und Gaspreise fällt zudem deutlich geringer aus als während der Energiekrise in den Jahren 2022 und 2023, die auf den russischen Angriff auf die Ukraine folgte. Deutschland habe heute eine geringere Abhängigkeit von fossiler Energie aus der Golfregion als damals von Gas und Öl aus Russland.

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Inflationsanstieg als größte Herausforderung

Während die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum begrenzt bleiben dürften, sieht das DIW beim Thema Inflation größere Herausforderungen. Die Verbraucherpreise sollen im laufenden Jahr auf 2,4 Prozent anziehen und 2027 bei 2,3 Prozent liegen. Im Vergleich dazu lag die durchschnittliche Teuerungsrate im vergangenen Jahr bei 2,2 Prozent.

Zu Wochenbeginn waren die Preise für Brent-Rohöl zeitweise auf fast 120 US-Dollar je Fass gestiegen, bevor sie wieder nachgaben. Parallel dazu hat sich der Gaspreis an den europäischen Börsen laut DIW-Angaben nahezu verdoppelt. Bislang hatten viele Wirtschaftsexperten erwartet, dass die Inflation in diesem Jahr nur knapp über der Zwei-Prozent-Marke liegen würde.

Wachstumsprognose und Negativszenario

Die deutsche Wirtschaft, die im Jahr 2025 nur minimal gewachsen war, soll nach der DIW-Prognose im aktuellen Jahr um 1,0 Prozent zulegen. Getragen wird dieses Wachstum maßgeblich von den erhöhten Staatsausgaben für Infrastrukturprojekte und Rüstungsinvestitionen. Für das Jahr 2027 erwarten die Ökonomen ein weiteres Plus von 1,4 Prozent.

Dem Basisszenario stellt das DIW jedoch ein Negativszenario gegenüber, in dem der Iran-Krieg weiter eskaliert und die Energiepreise innerhalb von zwei Quartalen um mehr als die Hälfte anziehen. In diesem Fall müsste die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöhen, was die wirtschaftliche Aktivität zusätzlich bremsen würde. Die Inflationsrate könnte 2026 dann auf 2,8 Prozent steigen, während die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozentpunkte unter dem Basisszenario liegen würde.

Für Verbraucher bedeutet die DIW-Prognose vor allem eines: Die Belastungen durch höhere Energiepreise werden sich direkt in den Lebenshaltungskosten niederschlagen, auch wenn die gesamtwirtschaftliche Entwicklung relativ stabil bleibt.

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