Deutsche Wirtschaft im Bremsspur: Iran-Konflikt drückt Wachstumsprognose
Der anhaltende Krieg gegen das Mullah-Regime im Iran wirkt sich zunehmend negativ auf die deutsche Konjunktur aus. Das renommierte ifo-Institut hat seine Wirtschaftsprognose für Deutschland aufgrund des Nahost-Konflikts deutlich nach unten korrigiert. Die Experten sind sich einig: Je länger der Krieg dauert, desto härter wird es für die deutsche Wirtschaft.
ifo-Institut korrigiert Prognose deutlich nach unten
Ursprünglich war das ifo-Institut von einer langsamen Erholung der deutschen Wirtschaft ausgegangen und hatte sogar erwogen, seine Prognose aus dem Herbst anzuheben. Bis zu 1 Prozent Wachstum wären möglich gewesen, wie ifo-Konjunkturchef Prof. Timo Wollmershäuser bestätigte. Doch diese optimistische Einschätzung hat sich durch die Entwicklungen im Iran-Konflikt erheblich verändert.
Der kurzfristige Energiepreisanstieg durch den Iran-Krieg schwächt das Wirtschaftswachstum bereits um 0,2 Prozentpunkte. Das Institut rechnet nun mit einem Wachstum von nur noch 0,8 Prozent in diesem Jahr und 1,2 Prozent im kommenden Jahr.
Energiepreise als zentrale Belastungsfaktoren
Die Situation könnte sich weiter verschärfen, sollte der Krieg länger andauern. „Sollten die Preise für fossile Energie allerdings für einen längeren Zeitraum stark erhöht auf dem heutigen Niveau bleiben, könnte die Inflation in der Spitze bis auf knapp 3 Prozent steigen“, warnt Prof. Wollmershäuser.
In diesem Szenario würde das Wachstum um weitere 0,2 Prozentpunkte auf nur noch 0,6 Prozent in diesem Jahr und um 0,4 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent im kommenden Jahr sinken. Höhere Ölpreise belasten die Wirtschaft zusätzlich und wirken sich negativ auf verschiedene Wirtschaftssektoren aus.
Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Export
Der Iran-Krieg beeinflusst auch den deutschen Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen wird in diesem Jahr noch einmal sinken, und erst im kommenden Jahr dürfte es wieder mehr Arbeitsplätze geben. „Wann hier die Trendwende kommt, hängt wiederum von der Länge der kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost und den damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten ab“, erklärt Wollmershäuser.
Besonders problematisch ist die Situation für den deutschen Export. Während die deutsche Wirtschaft Ende 2025 einen Erholungskurs eingeschlagen hatte, der teilweise anhalten könnte, zeigt sich ein deutliches Problem: Nur der Staat sorgt durch seine Ausgaben für den Mini-Aufschwung – nicht das für Deutschland traditionell wichtige Exportgeschäft.
Lichtblicke trotz schwieriger Lage
Immerhin gibt es einige positive Signale. Die spürbar verbesserte Auftragslage im Baugewerbe und in der Industrie deutet auf eine gewisse Resilienz der deutschen Wirtschaft hin. „Ungeachtet des Energiepreisschocks dürfte sich die Erholung dieses Jahr fortsetzen, insbesondere weil staatliche Mehrausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung ausgeweitet und zunehmend nachfragewirksam werden“, so Wollmershäuser.
Dennoch bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Die Kombination aus:
- Energiepreissteigerungen durch den Iran-Konflikt
- Exportrückgängen
- Arbeitsmarktherausforderungen
- Inflationsrisiken
stellt die deutsche Wirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. Die Dauer des Iran-Krieges wird entscheidend dafür sein, wie stark sich diese Faktoren langfristig auf die Konjunktur auswirken werden.



