Konsumklima in Deutschland verschlechtert sich weiter
Die Stimmung der deutschen Verbraucher wird durch den Krieg im Iran und seine wirtschaftlichen Folgen zunehmend getrübt. Laut der aktuellen Studie der Institute NIM und GfK ist das Konsumklima erneut gefallen. Die Einkommenserwartungen sind auf den niedrigsten Stand seit Februar 2023 gesunken. Die Bereitschaft für größere Anschaffungen ging bereits zum dritten Mal in Folge zurück und erreichte den niedrigsten Wert seit zwei Jahren. Auch die Konjunkturerwartungen fielen auf ein Niveau, das zuletzt vor dem Ukraine-Krieg verzeichnet wurde. Die Sparneigung nahm hingegen leicht ab.
Inflationsangst belastet Einkommenserwartungen
Die Konsumforscher aus Nürnberg erklären: „Die Einkommenserwartungen sind eng mit der erwarteten Inflation verknüpft. Aufgrund der gestiegenen Inflation brechen die Einkommenserwartungen regelrecht ein.“ Der Konsumexperte Rolf Bürkl vom NIM ergänzt: „Die Menschen halten den Zeitpunkt für größere Anschaffungen derzeit für weniger günstig.“ Die Sorge wächst, dass der vorsichtige Aufschwung der deutschen Wirtschaft einen Dämpfer erhalten könnte, insbesondere wenn der Krieg im Nahen Osten anhält und staatliche Maßnahmen nicht greifen. Für die monatliche Studie im Auftrag der EU-Kommission wurden im April 2.000 Menschen befragt, der Zeitraum lag zwischen dem 2. und 13. April.
Umfrage: Viele Verbraucher planen Ausgabenreduzierung
Eine Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln zeigt, dass die Angst vor weiter steigenden Kosten weit verbreitet ist. Zwei Drittel der Befragten geben an, dass ihnen Preissteigerungen Angst machen. 54 Prozent befürchten, ihren Lebensstandard bald nicht mehr halten zu können. Die Sparneigung ist entsprechend hoch: 42 Prozent planen, ihre Ausgaben zu reduzieren, knapp ein Viertel hat dies bereits umgesetzt. IFH-Experte Ralf Deckers beobachtet deutliche Veränderungen beim Lebensmitteleinkauf: „Die anhaltenden Preissteigerungen prägen das Konsumverhalten stark. Preisvergleiche, Angebotskäufe und der Verzicht auf teure Marken dominieren.“ Für die Umfrage wurden im März online rund 500 Menschen ab 18 Jahren repräsentativ befragt.



