Handwerkskonjunktur unter Druck: Iran-Krieg belastet Betriebe
Iran-Krieg trifft Handwerk: Konjunktur unter Druck

Die Konjunktur im deutschen Handwerk gerät zunehmend unter Druck. Sinkende Umsätze, schrumpfende Auftragspolster und eine fallende Auslastung der Betriebe deuten auf einen deutlichen Nachfragerückgang hin. Dies geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) hervor.

Iran-Krieg als Belastungsfaktor

Der Iran-Krieg hat laut ZDH zu explodierenden Energiepreisen an den Rohstoffmärkten und angespannten Lieferketten geführt. „Hinter der Verfügbarkeit vieler Erzeugnisse und Materialien steht zumindest in den nächsten Monaten ein großes Fragezeichen“, sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH, der Deutschen Presse-Agentur. Die unklare Lage am Persischen Golf und die nicht absehbare Dauer des Konflikts könnten zu Engpässen bei Vorprodukten führen, die für das Handwerk in Deutschland entscheidend sind.

Auswirkungen auf Kunden

Für Kunden bedeutet dies, dass mit Preisanpassungen, Verzögerungen bei der Ausführung von Aufträgen und längeren Wartezeiten auf bestimmte Güter zu rechnen ist. In welchem Umfang diese Probleme eintreten werden, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, so der ZDH.

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Geschäftslage und Erwartungen trüben sich ein

Die Handwerksbetriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage spürbar schlechter als vor einem Jahr. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich eingetrübt. Die Umsätze im Gesamthandwerk sind rückläufig, und die Auftragspolster gehen erneut zurück. Besonders betroffen sind Branchen wie das Bauhauptgewerbe und das Ausbaugewerbe.

Die ohnehin schwächere Nachfrage nach Beschäftigten im Handwerk wird durch die anhaltende Konjunkturflaute weiter verstärkt. Hinzu kommt eine demografische Entwicklung, die dazu führt, dass für viele offene Stellen keine entsprechend qualifizierten Arbeitskräfte verfügbar sind.

Handwerk fordert Reformen

Schwannecke warnte: „Die deutliche Eintrübung von Geschäftslage und Erwartungen ist mehr als ein Stimmungsbild, sie muss als Warnung verstanden werden. Wenn Betriebe den Glauben an eine Verbesserung verlieren, wird aus Unsicherheit Investitions- und Einstellungszurückhaltung.“

Das Handwerk fordert daher wachstumsfördernde Impulse. Notwendig seien steuerliche Entlastungen, geringere Sozialabgaben, Investitionsanreize und eine Politik, die die Nachfrage nicht weiter ausbremst. Die Bundesregierung hat grundlegende Reformen bei Gesundheit, Pflege und Rente angekündigt, doch innerhalb der schwarz-roten Koalition drohen Konflikte über die Gegenfinanzierung von Steuerentlastungen für kleine und mittlere Einkommen.

„Externe Schocks legen schonungslos offen, wie verwundbar der Standort Deutschland geworden ist“, so Schwannecke. „Ohne konsequenten Bürokratieabbau und spürbare Entlastungen bei Steuern und Abgaben droht eine Erosion der betrieblichen Substanz.“

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