Niedersachsens Wirtschaft: Stimmung trübt sich weiter ein
Niedersachsens Wirtschaft: Stimmung trübt sich ein

Hannover - Die Stimmung in der niedersächsischen Wirtschaft trübt sich weiter ein. Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Niedersachsen (IHKN) blicken viele Unternehmen pessimistischer auf die kommenden Monate. Besonders der Einzelhandel leidet unter der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

„Die Stadt ist voll, aber es wird nicht gekauft“, fasste Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHKN, die Situation zusammen. Private Haushalte reagierten auf steigende Verbraucherpreise und die wachsende Verunsicherung infolge des Iran-Kriegs mit einer höheren Sparquote. Nicht dringend benötigte Anschaffungen würden aufgeschoben oder ganz gestrichen, was sich sowohl im stationären Handel als auch im Onlinegeschäft zeige.

Schwache Nachfrage als Teil einer breiten Eintrübung

Die schwache Nachfrage ist Teil einer breiteren wirtschaftlichen Abkühlung. An der Umfrage, die vom 16. März bis 9. April durchgeführt wurde, beteiligten sich 2.028 Unternehmen. Die Konsumneigung beziffern die befragten Unternehmen auf minus 55 Punkte, während der langjährige Durchschnitt bei minus 31 Punkten liegt.

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Von den angekündigten Reforminitiativen der Bundesregierung sei in der Wirtschaft bislang nichts zu spüren, kritisierte Bielfeldt. Das spiegelt sich auch im Gesamtbild der Umfrage wider: 40 Prozent der Betriebe erwarten eine ungünstigere Geschäftsentwicklung, nur 10 Prozent rechnen mit besseren Geschäften. Die aktuelle Lage bleibt schwach: 17 Prozent der Unternehmen bewerten sie als gut, 27 Prozent als schlecht.

Energie- und Rohstoffpreise als größtes Risiko

Als größtes Risiko nennen die Unternehmen deutlich häufiger als zuletzt steigende Energie- und Rohstoffpreise. 70 Prozent sehen darin eine Gefahr für ihre Geschäftsentwicklung – nach 43 Prozent im Vorquartal. „Die Unternehmen warten weiterhin auf umfangreiche Reformen und spürbare Entlastungen“, sagte Bielfeldt. Die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Energiepreise, Lieferketten und Logistik verschärften die Lage zusätzlich.

Die Politik sei nun umso mehr gefordert, für Entlastungen zu sorgen – etwa bei Steuern, Arbeitskosten und Bürokratie. Die Unternehmen hoffen auf konkrete Maßnahmen, um die wirtschaftliche Entwicklung zu stabilisieren und die Kaufkraft der Verbraucher zu stärken.

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