Rentenreform: Rürup kritisiert Kommissionsvorschläge scharf
Rentenreform: Rürup kritisiert Vorschläge scharf

Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup hat die Vorschläge der Rentenkommission zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung scharf kritisiert. In der aktuellen Folge des Podcasts „Handelsblatt Today“ äußerte der als „Rentenpapst“ bekannte Ökonom erhebliche Bedenken gegenüber den 33 Empfehlungen, die am Wochenende publik geworden waren. Die Kommission will ihre Vorschläge morgen an die Bundesregierung übergeben. Noch vor der Sommerpause Mitte Juli soll die Rentenreform in einem großen Gesetzespaket vom Bundestag beschlossen werden.

Kernpunkte der Reformvorschläge

Die Rentenkommission schlägt einen Systemwechsel vor, der unter anderem die Frage betrifft, wie lange die Menschen arbeiten müssen, wie stark die Rentenbeiträge steigen und wer künftig in die gesetzliche Rente einzahlen soll. Handelsblatt-Redakteur Timm Seckel fasste in der Podcast-Folge zusammen, was genau die Kommission vorschlägt. Demnach gibt es von Gewerkschaften, Unternehmensverbänden und Ökonomen bereits deutliche Kritik an den Plänen.

Rürups Kritik an den Plänen

Bert Rürup erklärte in der Sendung, was er an den Reformplänen für problematisch hält. Er bezweifelt, dass die Rentenreform wie geplant Anfang Juli beschlossen werden kann. „Die Vorschläge greifen zu kurz und vermeiden die wirklich notwendigen Einschnitte“, so Rürup. Er forderte eine grundlegendere Debatte über die Zukunft der Alterssicherung. Die Märkte reagierten unterdessen verhalten auf die Nachrichten, während parallel über die Iran-Friedensverhandlungen spekuliert wurde.

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Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

Die Kritik an den Kommissionsvorschlägen kommt aus mehreren Richtungen. Gewerkschaften befürchten eine zu starke Belastung der Arbeitnehmer, während Arbeitgeberverbände vor steigenden Lohnnebenkosten warnen. Ökonomen wie Rürup sehen die langfristige Finanzierbarkeit der Rente nicht gesichert. Die Bundesregierung steht nun unter Druck, einen Kompromiss zu finden, der noch vor der Sommerpause durch den Bundestag gebracht werden kann.

Ausblick auf die parlamentarische Beratung

Ob die Rentenreform tatsächlich noch im Juli verabschiedet wird, ist nach Einschätzung von Beobachtern unsicher. Die Zeit drängt, denn die Sommerpause beginnt Mitte Juli. Sollte es zu Verzögerungen kommen, droht das Vorhaben auf die Zeit nach der Sommerpause verschoben zu werden. Rürup appellierte an die Politik, die notwendigen Reformen nicht weiter aufzuschieben: „Wir brauchen jetzt mutige Entscheidungen, nicht nur weitere Kompromisse.“

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