Der April wird voraussichtlich der teuerste Tankmonat aller Zeiten werden. Millionen Autofahrer ächzen unter den hohen Spritpreisen. Doch ein genauer Blick auf die inflationsbereinigten Daten zeigt: Die Preise sind nicht mehr so außergewöhnlich, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.
Rekordpreise im April 2026
Nach Daten des ADAC erreichen die Durchschnittspreise für Super E10 bei rund 2,11 Euro pro Liter und für Diesel bei rund 2,27 Euro pro Liter neue Höchststände. Die bisherigen Rekorde lagen bei 2,07 Euro für E10 im März 2022 und 2,16 Euro für Diesel im März 2025. Nur ein extremer Preissturz am letzten Apriltag könnte neue Rekorde verhindern.
Inflationsbereinigt relativieren sich die Preise
Berücksichtigt man die Inflation, sieht das Bild anders aus. Das allgemeine Preisniveau ist im April 2026 rund 25 Prozent höher als im Durchschnitt des Jahres 2020. Rechnet man die Spritpreise auf das Niveau von 2020 um, kostet E10 nur noch 1,68 Euro pro Liter und Diesel 1,81 Euro. Im Vergleich zu den ebenfalls preisbereinigten Monatspreisen seit 2011 zeigt sich: Diesel ist zwar hoch, aber deutlich unter dem Hoch von 1,98 Euro im März 2022. E10 war inflationsbereinigt in den Jahren 2011 und 2012 sowie während der Ukrainekrise teurer als heute.
Friedrich Heinemann vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erklärt: „Gemessen an der allgemeinen Preisentwicklung ist der Sprit in den 2010er-Jahren kontinuierlich billiger geworden. Dann kamen zwei Preisschübe – nach Russlands Überfall und jetzt. Aber noch zur Jahreswende lagen die preisbereinigten Spritkosten mehr als zehn Prozent unter dem Niveau von Anfang der 2010er.“
Hoffnung auf Tankrabatt
Autofahrer, die mehr als 100 Euro für eine Tankfüllung ausgeben, können auf den Tankrabatt ab 1. Mai hoffen. Zudem zeigt die Preisentwicklung im April, dass die Preise zuletzt ein gutes Stück unter den Hochs um Ostern lagen. Selbst die Oster-Hochs sehen inflationsbereinigt moderater aus: Der Dieselpreis von 2,447 Euro am 7. April entspricht umgerechnet 1,95 Euro, der E10-Preis von 2,192 Euro am 6. April entspricht 1,75 Euro.
Heinemann relativiert die Belastung weiter: „Berücksichtigt man die gestiegene Kaufkraft und den rückläufigen Spritverbrauch pro PS, relativiert sich die effektive Belastung der Autofahrer stark. Das wirft die Frage auf, warum die Politik so schnell das Scheckbuch zückt.“



