ZEW-Konjunkturbarometer stürzt wegen Nahost-Konflikt ab
Die Eskalation des Krieges im Nahen Osten hat die Konjunkturerwartungen für die deutsche Wirtschaft dramatisch einbrechen lassen. Das renommierte ZEW-Konjunkturbarometer verzeichnete im März einen massiven Rückgang um 58,8 Punkte gegenüber dem Vormonat und fiel auf minus 0,5 Punkte. Diese Entwicklung überraschte selbst erfahrene Volkswirte, die lediglich einen moderaten Rückgang auf plus 39,2 Punkte erwartet hatten.
Energiepreisschock belastet Wirtschaftsaussichten
„Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise massiv nach oben und sorgt für steigenden Inflationsdruck“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die besorgniserregende Entwicklung. Die befragten Finanzmarktexperten zeigen sich äußerst skeptisch, dass es zu einem schnellen Ende des Konflikts kommen wird. Besonders betroffen sind laut ZEW-Bericht die Chemie- und Pharmaindustrie sowie der Automobil- und Maschinenbau. „Kaum eine Branche erfährt eine Verbesserung im März“, resümierte das Forschungsinstitut.
Deutsche Bank senkt Wachstumsprognose
Die negativen Auswirkungen spiegeln sich auch in den Prognosen großer Finanzinstitute wider. Marc Schattenberg, Volkswirt bei Deutsche Bank Research, warnt: „Der Energiepreisschock droht die Erholung der deutschen Volkswirtschaft spürbar zu verzögern.“ Die Deutsche Bank hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2026 bereits auf nur noch 1 Prozent abgesenkt. Allerdings geht das Institut nicht davon aus, dass die wirtschaftliche Erholung vollständig zum Erliegen kommt.
Leicht positive Signale bei aktueller Lage
Während die Erwartungen für die Zukunft düster ausfallen, zeigt die Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage leicht positive Tendenzen. Der entsprechende Indikator stieg um 3,0 Punkte auf minus 62,9 Punkte, was deutlich besser ist als von Ökonomen erwartet. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, erklärt: „Das Rüstungs- und Infrastrukturprogramm wirkt jetzt stabilisierend, zielt es doch auf binnenwirtschaftliche Impulse ab.“
Langfristige Perspektive bleibt vorsichtig optimistisch
Trotz der aktuellen Belastungen halten Experten an einer grundsätzlich positiven Langfristperspektive fest. Vor allem die staatlichen Milliardenausgaben für Verteidigung und Infrastruktur werden als stabilisierende Faktoren gewertet. Die Deutsche Bank hält an ihrer Prognose für das Jahr 2027 von 1,5 Prozent Wachstum fest. Das ZEW-Barometer, das regelmäßig Analysten und Investoren befragt, bleibt ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.



