Londoner Börse plant nahezu Rund-um-die-Uhr-Handel ab 2027
Londoner Börse plant 24h-Handel

Die London Stock Exchange (LSE) plant, den Handel mit Wertpapieren nahezu rund um die Uhr zu ermöglichen. Dies berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Mit einer eigenständigen Plattform will die Börse dem wachsenden Druck durch Kryptowährungen und Onlinehandel begegnen, die bereits einen 24-Stunden-Handel bieten.

Neue Plattform für ETFs ab 2027

Ab dem kommenden Jahr sollen auf der neuen Plattform zunächst börsennotierte Fonds (ETFs) auf britische und US-Werte gehandelt werden können. Die Handelszeiten sind von 17 Uhr bis 7:50 Uhr britischer Zeit vorgesehen, mit einer 30-minütigen Unterbrechung um 6:30 Uhr für die Feststellung und Abrechnung der Schlusskurse. Der reguläre Wertpapierhandel an der LSE bleibt unverändert von 8 bis 16:30 Uhr bestehen.

LSE-Chefin Julia Hoggett betonte gegenüber der „Financial Times“, dass die Initiative auf eine gestiegene Nachfrage vor allem von Privatanlegern reagiere. „Wir sehen einen klaren Trend zu flexibleren Handelszeiten, dem wir mit diesem Angebot Rechnung tragen“, wird sie zitiert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Internationaler Trend zu längeren Handelszeiten

Mit diesen Plänen folgt die LSE einem internationalen Trend. Die US-Technologiebörse Nasdaq ermöglicht ab Dezember an Werktagen einen 23-stündigen Handel. Die US-Börse Cboe hat diesen Schritt für ausgewählte Aktien bereits in der vergangenen Woche vollzogen. Die New York Stock Exchange (Nyse) erhielt die Genehmigung für eine Ausweitung auf 22 Stunden. Auch der Derivatebörsenbetreiber CME startete im Mai einen durchgehenden Handel für Terminkontrakte auf Kryptowährungen.

Börsenprofis sehen die Entwicklung jedoch kritisch. Sie warnen vor größeren Kursausschlägen durch geringere Umsätze in den Nachtstunden. „Die Liquidität ist nachts deutlich niedriger, was zu erhöhter Volatilität führen kann“, erklärte ein Marktexperte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Auswirkungen auf Anleger

Für Privatanleger bedeutet die Ausweitung der Handelszeiten mehr Flexibilität, insbesondere für den Handel mit ETFs. Allerdings sollten sie die Risiken geringerer Liquidität in den Nachtstunden beachten. Die LSE betont, dass die neue Plattform unabhängig vom bestehenden Handel operiert und die Schlusskursfeststellung weiterhin gewährleistet sei.

Die Pläne der LSE sind Teil einer umfassenderen Strategie, um im Wettbewerb mit Kryptowährungsbörsen und Onlinebrokern zu bestehen, die bereits einen 24/7-Handel anbieten. Ob weitere traditionelle Börsen nachziehen, bleibt abzuwarten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration