Trump verteidigt Krypto-Milliarden: Kritik an Interessenkonflikten
Trump verteidigt Krypto-Milliarden: Kritik an Interessenkonflikten

US-Präsident Donald Trump hat im Jahr 2025 mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar durch Kryptowährungsgeschäfte eingenommen. Die Offenlegung dieser Zahlen löste scharfe Kritik aus, da Trump selbst die Regulierung des Sektors gelockert hatte. Der Präsident wies die Vorwürfe jedoch zurück und betonte, dass alle Amerikaner vom Krypto-Boom profitierten.

Bei einem Auftritt auf einem Militärflugplatz nahe Washington sagte Trump am Mittwoch: „Ich profitiere, weil der Aktienmarkt steigt, alle profitieren.“ Er könne gar nicht in einen Interessenkonflikt geraten, da er sich nicht um seine persönlichen Finanzen kümmere – diese würden von Fonds verwaltet. Trump fügte hinzu, die Bürger sollten ihm dankbar sein, da ihre Altersvorsorge an die Börse gekoppelt sei.

Demokraten kritisieren „schamlose Krypto-Korruption“

Die Demokraten reagierten empört. Senatorin Elizabeth Warren sprach von „schamloser Krypto-Korruption“ des Präsidenten und forderte strengere Regeln, um solche Bereicherung zu verhindern. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom erklärte auf X: „Trump wird reicher. Seine Krypto-Unterstützer hingegen werden abgezockt.“ Tim Walz, demokratischer Gouverneur von Minnesota, nannte Trump „den korruptesten Präsidenten in der Geschichte der USA“.

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Die Einnahmen stammen laut einer Vermögensaufstellung des Weißen Hauses vor allem aus der Krypto-Plattform World Liberty Financial, die Trump gemeinsam mit seinen Söhnen Eric und Donald Trump Jr. gegründet hatte. Allein daraus flossen 2025 fast 550 Millionen Dollar. Hinzu kamen 635 Millionen Dollar an Lizenzgebühren für die sogenannte Trump-Coin ($TRUMP), die kurz vor seiner Amtseinführung im Januar 2025 eingeführt wurde.

Trumps Vermögen verdreifacht sich auf 6,5 Milliarden Dollar

Laut dem Magazin „Forbes“ hat sich Trumps Privatvermögen zwischen 2024 und 2026 nahezu verdreifacht – von 2,3 Milliarden auf 6,5 Milliarden Dollar. Haupttreiber waren die Kryptoaktivitäten. Trump wird regelmäßig vorgeworfen, als Präsident die Deregulierung des Krypto-Sektors voranzutreiben, während er selbst darin investiert ist. Seine Söhne begleiten ihn zudem auf Dienstreisen und treiben im Ausland Immobilieninvestitionen voran.

Trumps stellvertretende Sprecherin Anna Kelly wies die Kritik zurück: „Weder der Präsident noch seine Familie waren jemals in Interessenkonflikte verwickelt – und werden dies auch niemals sein.“ Trump selbst hatte sich im Januar 2026 in einem Interview mit der „New York Times“ zu seinen Geschäften geäußert: „Mir ist klar geworden, dass es niemanden interessiert.“

Midterm-Wahlen im November könnten zur Abstimmung werden

Ob diese Einschätzung zutrifft, könnte sich bei den Midterm-Wahlen im November 2026 zeigen. Die Demokraten haben Korruption und Bereicherung zu einem zentralen Wahlkampfthema gemacht. Trump steht zwar nicht selbst zur Wahl, aber seine Partei könnte ihre Mehrheiten im Kongress verlieren.

Zusätzlich in die Kritik geriet Trump, weil er das Emirat Katar nach eigenen Worten überredet hat, den USA eine Boeing 747 für die Präsidentenflotte Air Force One zu schenken. Der Präsident nutzte den Luxusflieger erstmals für eine Reise nach North Dakota, wo er an der Eröffnung einer Bibliothek für den früheren Präsidenten Theodore Roosevelt teilnahm. Die USA sollten „sehr stolz darauf sein“, das Flugzeug sei „wunderschön“, erklärte Trump.

Vizepräsident Vance und First Lady Melania Trump legen ebenfalls Einkünfte offen

Aus den Finanzunterlagen geht auch hervor, dass Vizepräsident JD Vance sein Vermögen steigern konnte. Er gab Einnahmen von bis zu fünf Millionen Dollar durch sein Buch „Hillbilly-Elegie“ an. Zusammen mit Investments erzielte er laut „Wall Street Journal“ im vergangenen Jahr 7,4 Millionen Dollar. Trump hat nach eigenen Angaben so viele Milliardäre in seinem Kabinett versammelt wie kein anderer US-Präsident vor ihm, darunter Handelsminister Howard Lutnick und Finanzminister Scott Bessent.

First Lady Melania Trump erzielte Einnahmen von mehr als zehn Millionen Dollar für eine Amazon-Dokumentation über sie sowie über 500.000 Dollar für ihre Memoiren, die Ende 2024 erschienen sind. Film und Buch tragen den Titel „Melania“.

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