Baywa-Sanierung in der Krise: Verkauf der Ökostromtochter bringt weit weniger als geplant
Baywa-Sanierung wackelt - Problemtochter belastet Konzern

Baywa-Sanierung in der Krise: Verkauf der Ökostromtochter bringt weit weniger als geplant

Der hochverschuldete Münchner Agrarhandels- und Mischkonzern Baywa sieht sich gezwungen, seinen Sanierungsfahrplan grundlegend zu überarbeiten. Auslöser ist die anhaltend schwierige Lage der Ökostromtochter Baywa r.e., die in den kommenden Jahren nicht die erwarteten Ergebnisse erwirtschaften wird. Dadurch kann das Unternehmen nicht zu dem ursprünglich avisierten Preis verkauft werden, was die gesamte Finanzierungsstrategie des Konzerns ins Wanken bringt.

Gespräche mit Großaktionären und Banken laufen

Die Baywa-Muttergesellschaft führt derzeit intensive Gespräche mit Großaktionären und kreditgebenden Banken, um eine Änderung des Sanierungsplans zu vereinbaren. Eigentlich sollte der Konzern bis Ende des Jahres 2028 wieder auf finanziell soliden Füßen stehen. Dieser Zeitplan ist nun nicht mehr haltbar. Der Vorstand der Baywa AG geht davon aus, dass der Verkauf der r.e. „signifikant“ weniger als die geplanten 1,7 Milliarden Euro einbringen wird.

In einer Pflichtmitteilung an die Börse hieß es dazu: „Dies erfordert eine Anpassung des Sanierungskonzepts der Baywa AG.“ Unklar sind nun sowohl der mögliche Verkaufspreis der Ökostromtochter als auch der angestrebte Zeitpunkt für den Verkauf. Die Baywa r.e., ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Schweizer Investor, plant und entwickelt Solar- und Windparks, hat aber ihre Ergebnisziele drastisch nach unten korrigiert.

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Sanierung der Tochter dauert länger als geplant

Die getrennt von der Mutter laufende Sanierung der Baywa r.e. wird voraussichtlich zwei Jahre länger in Anspruch nehmen als ursprünglich vorgesehen. Das neue Zieldatum ist nun das Jahr 2030. Diese Verzögerung belastet die gesamte Konzernstruktur zusätzlich. Der größte deutsche Agrarhändler war im Jahr 2024 nach einer missglückten internationalen Expansion in finanzielle Schieflage geraten, weil das Unternehmen die Zinsen seiner Milliardenschulden nicht mehr bedienen konnte.

Das Gesundungskonzept sah im Wesentlichen vor, die in den 2010er Jahren auf Kredit erworbenen oder aufgebauten Töchter wieder zu veräußern und damit den Schuldenberg um vier Milliarden Euro zu reduzieren. Die Baywa ist in Süd- und Ostdeutschland von großer Bedeutung für die Landwirtschaft. Der Konzern kauft einerseits Ernten an und beliefert die Bauern andererseits mit Landmaschinen, Saatgut und Dünger.

Vorstand bekundet Optimismus für eine Einigung

Kurzfristig strebt die Baywa-Spitze eine Stillhaltevereinbarung mit Großaktionären und Banken an, die dem Konzern eine Atempause bis zum Herbst 2026 verschaffen soll. Wie der geänderte Sanierungsplan im Detail aussehen könnte, war der Ad-hoc-Mitteilung nicht zu entnehmen. „Der Vorstand geht davon aus, dass eine Einigung erreicht werden kann“, hieß es in der Mitteilung knapp.

Allerdings wird sich die Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das Jahr 2025 möglicherweise bis ins vierte Quartal verzögern. Diese Unsicherheiten belasten nicht nur die Aktionäre, sondern auch die Geschäftspartner und die gesamte Agrarwirtschaft in den Regionen, in denen die Baywa traditionell stark verwurzelt ist. Die anhaltenden Turbulenzen unterstreichen die Herausforderungen, vor denen der Konzern bei der Bewältigung seiner Finanzkrise steht.

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