EU-Rechnungshof warnt vor Risiken der neuen Agrarpolitik: Fördergelder in Gefahr
EU-Rechnungshof warnt vor Risiken der neuen Agrarpolitik

Debatte über Fördergelder: EU-Rechnungshof warnt vor Risiken der neuen Agrarpolitik

Die Europäische Kommission plant eine grundlegende Änderung der Vergabe von Fördergeldern in der Landwirtschaft, doch der Europäische Rechnungshof äußert nun erhebliche Bedenken. Der Vorschlag, der ab 2028 umgesetzt werden soll, sieht vor, die vielen einzelnen Töpfe für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und Strukturförderung durch einen einzigen großen Fonds zu ersetzen. Dies könnte laut den Prüfern zu größeren Unsicherheiten für die Erzeuger führen und den fairen Wettbewerb innerhalb des Binnenmarktes gefährden.

Kritikpunkte des Rechnungshofs im Detail

Die Prüfer des Europäischen Rechnungshofs haben mehrere konkrete Risiken identifiziert, die mit der geplanten Umstrukturierung verbunden sind:

  • Planungsunsicherheit für Landwirte: Die Höhe der Fördergelder wird erst nach der Annahme nationaler Reform- und Investitionspläne klar, was zu späteren und weniger vorhersehbaren Zahlungen führt.
  • Verzögerungen bei der Auszahlung: Die komplexere rechtliche Struktur und kompliziertere Planung könnten zu Verzögerungen bei der Bereitstellung der Mittel führen.
  • Größere Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten: Während Länder mehr Gestaltungsspielraum erhalten, besteht die Gefahr von Ungleichheiten, die den gemeinsamen Charakter der Agrarpolitik untergraben.

Der Rechnungshof betont, dass die Nachvollziehbarkeit des Geldflusses gewährleistet bleiben muss, um Missbrauch zu verhindern. Bei dem aktuellen Vorschlag gibt es hier teilweise Zweifel, ob dies ausreichend sichergestellt ist.

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Finanzielle Aspekte und politischer Kontext

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht für den Zeitraum von 2028 bis 2034 fest zugesicherte 300 Milliarden Euro für Landwirte vor. Zusätzlich sollen mindestens zehn Prozent jedes nationalen Reform- und Investitionsplans, weitere fast 50 Milliarden Euro, in den ländlichen Raum fließen. Im Zusammenhang mit dem Mercosur-Handelsabkommen hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zudem vorgeschlagen, dass 45 Milliarden Euro aus dem Haushalt früher verwendet werden können als ursprünglich geplant.

Der Haushaltsvorschlag muss noch vom Europäischen Parlament und den EU-Ländern beraten werden. Die Stellungnahme des Rechnungshofs, die keine rechtlich bindenden Empfehlungen enthält, dient als wichtige Grundlage für diese Diskussionen. Sie unterstreicht die Notwendigkeit einer effektiven Führungsrolle der Kommission, um eine gemeinsame Agrarpolitik weiterhin zu gewährleisten.

Insgesamt zeigt die Debatte, dass die geplante Reform trotz ihrer Ziele, wie mehr Flexibilität und Effizienz, erhebliche Herausforderungen mit sich bringt. Landwirte in der EU müssen sich auf mögliche Unsicherheiten einstellen, während die politischen Entscheidungsträger die Kritikpunkte des Rechnungshofs sorgfältig abwägen müssen.

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