Imker fordern engere Kooperation mit Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern
Der Demminer Imkerverein hat auf dem Bauerntag in Stavenhagen eindringlich zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Imkern und Landwirten aufgerufen. Vereinsvorsitzender Dieter Harder nutzte die Veranstaltung, um die gemeinsamen Interessen beider Berufsgruppen hervorzuheben und für einen intensiveren Dialog zu werben.
Gemeinsame Herausforderungen im Frühjahr
Harder verwies darauf, dass Imker und Bauern ähnliche Probleme bewältigen müssen, insbesondere in den Frühlingsmonaten. Für die Imkerei stellt Raps die wichtigste Tracht dar und macht mehr als die Hälfte der Honigernte aus. Gleichzeitig sind Imker bei ihrer Ernte auf landwirtschaftliche Kulturen angewiesen, während Landwirte von der Bestäubung durch Bienen profitieren, um hohe Erträge zu erzielen.
„Bienen sind Sonnenkinder“, betonte Harder und verwies damit auf den Wetterfaktor als gemeinsame Unsicherheit. Für einen verlässlichen Umgang regte er einen engeren Austausch an. Imker müssten beispielsweise informiert werden, wann Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, um ihre Bienenvölker schützen zu können.
Honigimporte und Marktentwicklungen
Parallel zu diesen lokalen Anliegen bereitet die Europäische Union eine neue Kennzeichnungsverordnung vor, die die Herkunft von Honig detaillierter ausweisen soll. „Honig ist ein weltweit gehandeltes Produkt“, erklärte Harder. Deutschland deckt seinen Honigbedarf nicht selbst und importiert große Mengen.
Nach Harders Angaben stammen rund 37 Prozent der Einfuhren – etwa 60.000 Tonnen pro Jahr – aus China und 28 Prozent – etwa 46.000 Tonnen – aus der Ukraine. Weitere Importe kommen aus Mexiko und Kuba. Der Markt befinde sich in Bewegung, gleichzeitig gebe es Zweifel an Produktionszahlen aus China. Dort stiegen die gemeldeten Mengen, während die Zahl der Bienenvölker stagniere oder zurückgehe.
Qualitätsprobleme und wirtschaftlicher Druck
Harder verwies zudem auf Fälle gefälschten Honigs im Handel. Neue Analysemethoden hätten bei Kontrollen in Supermärkten Auffälligkeiten festgestellt – etwa fehlende DNA-Spuren von Bienen oder eine Streckung des Produkts. Für Berufsimkereien in Deutschland bedeute die aktuelle Preis- und Konkurrenzlage erheblichen wirtschaftlichen Druck.
Viele Betriebe gäben auf, weil sie von der Honigproduktion allein nicht leben könnten. Mit Blick auf internationale Abkommen sieht Harder Parallelen zur Debatte in der Landwirtschaft über das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten. Auch hier werde zusätzlicher Importdruck befürchtet, der beide Branchen betreffe.
Der Appell des Imkervereins zielt darauf ab, durch engere Kooperation nicht nur die lokale Honigproduktion zu stärken, sondern auch die gegenseitige Abhängigkeit von Bestäubung und landwirtschaftlichen Kulturen produktiver zu gestalten. Die regionale Zusammenarbeit könnte somit ein Modell für nachhaltigere Praktiken in beiden Sektoren darstellen.



