Kartoffel-Krise: Bauer verschenkt 700 Tonnen wegen Rekordernte
Kartoffel-Krise: Bauer verschenkt 700 Tonnen

In der Lüneburger Heide erleben die Kartoffelbauern Staacke eine beispiellose Krise. Wegen einer europaweiten Rekordernte bleiben sie auf 700 Tonnen Kartoffeln sitzen. Jetzt verschenken sie die Ernte, um eine Entsorgung zu vermeiden.

Super-Wetter führt zu Kartoffel-Flut

Seit 1910 baut die Familie Staacke in Lemgrabe (Niedersachsen) Kartoffeln an. „Ich habe sowas noch nicht erlebt. Alle haben Unmengen Kartoffeln auf Lager, überall in Europa“, erklärt Jürgen Staacke (58). Die Qualität der Knollen sei gut, von mehlig bis festkochend sei alles dabei. Doch der Markt ist kollabiert, weil perfektes Kartoffelwetter in ganz Europa Rekordernten bescherte.

Kostenlose Abgabe am Wochenende

Hendrik Staacke (30) kündigt an: „Samstag und Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr kann jeder kommen und mitnehmen, so viel er will. Die Großmutter mit dem Eimer ist genauso willkommen wie Leute mit großen Säcken oder Anhängern.“ Gut ein Drittel der Ernte konnte nicht verkauft werden. Auch andere Landwirte leiden unter der Überproduktion.

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Ein Teil der Kartoffeln wurde bereits zur Biogasanlage gebracht, doch auch dort sind die Kapazitäten begrenzt. Einiges kann verfüttert werden, aber die Transportkosten sind aufgrund gestiegener Energiepreise oft nicht tragbar. Jürgen Staacke rechnet nicht mit einem großen Andrang: „Wenn es gut läuft, werden wir vielleicht ein paar 100 Kilo los.“

Entsorgung droht

Der Rest müsste entsorgt werden. „Das wäre sehr traurig. Es handelt sich um sehr wertvolle Lebensmittel“, betont der Landwirt. Die Familie bewirtschaftet 45 Hektar Anbaufläche. Während die Aussaat für die nächste Saison läuft, hofft man auf weniger extremes Wetter: „Die Natur macht, was sie will. Aber nochmals perfektes Kartoffelwetter überall in Europa ist hoffentlich unwahrscheinlich.“

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