Sächsische Schweinehalter fordern Unterstützung gegen Betriebsschließungen
Schweinehalter in Sachsen fordern Hilfe gegen Schließungen

Sächsische Schweinehalter fordern Unterstützung gegen Betriebsschließungen

Die Schweinehalter in Sachsen drängen mit Nachdruck auf politische Unterstützung, um die Zukunft der heimischen Fleischproduktion zu sichern. Beim sächsischen Bauerntag in Weinböhla übergaben Vertreter des Bauernverbandes ein umfangreiches Forderungspapier an Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU).

Alarmierende Zahlen: Betriebsrückgang um ein Drittel

Die Situation in der sächsischen Schweinehaltung ist dramatisch: Seit dem Jahr 2015 ist die Zahl der schweinehaltenden Betriebe laut Angaben des Sächsischen Landesbauernverbandes um etwa ein Drittel gesunken. Torsten Krawczyk, Präsident des Verbandes, warnt eindringlich vor einem weiteren Rückgang.

„Unsere Schweinehalter sind bereit, in Tierwohl, Klimaschutz und moderne Stalltechnik zu investieren“, betont Krawczyk. „Was sie nicht mehr tragen können, sind ständig neue Auflagen ohne wirtschaftliche Perspektive.“

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Hohe Investitionen und bürokratische Hürden

Als Hauptgründe für die Betriebsschließungen nennt der Verband:

  • Erhebliche Investitionen in Stallumbauten und Neubauten aufgrund verschärfter Tierschutzanforderungen
  • Unverhältnismäßige Gesetzeslage für bestehende Altanlagen
  • Fehlende wirtschaftliche Perspektiven trotz hoher Investitionsbereitschaft

Der Bauernverband fordert dringend einen Bürokratieabbau durch eine einheitliche digitale Struktur zur Erfassung von Betriebs- und Produktionsdaten. Gleichzeitig soll die heimische Schweineproduktion durch eine klare Herkunftskennzeichnung gestärkt werden.

Minister signalisiert Entgegenkommen

Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch zeigte sich den Forderungen gegenüber aufgeschlossen. „Was bei uns nicht mehr da ist, ist in Spanien“, verdeutlichte der Minister die Problematik der Verlagerung der Produktion. „Das ist angesichts des dortigen Wassermangels verrückt.“

Der Minister kündigte konkrete Maßnahmen an:

  1. Einsatz für Anpassungen bei den Haltungsstufen
  2. Halbierung der Gebühren für die Fleischbeschau
  3. Bereitstellung von einer Million Euro für die Umsetzungskosten

„Wir sind auf dem Weg und suchen jetzt das Geld“, sicherte von Breitenbuch zu.

Forderungen für die Agrarministerkonferenz

Gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Schweinehalter Sachsen und der Erzeugergemeinschaft Qualitätsfleisch Taubenheim erwartet der Bauernverband, dass der Minister die Forderungen bei der anstehenden Agrarministerkonferenz vom 18. bis 20. März im bayrischen Bad Reichenhall mit Nachdruck vertritt. Die Zukunft der sächsischen Schweinehaltung hängt maßgeblich von diesen politischen Weichenstellungen ab.

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