Trump erklärt Glyphosat zur nationalen Sicherheitsfrage für US-Landwirtschaft
Trump erklärt Glyphosat zur nationalen Sicherheitsfrage

Trump erklärt Glyphosat zur nationalen Sicherheitsfrage für US-Landwirtschaft

Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat erhält in den Vereinigten Staaten einen besonderen Status, der die Versorgung der amerikanischen Landwirtschaft mit diesem Mittel langfristig sichern soll. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am Mittwoch eine präsidiale Verordnung, die Phosphat sowie glyphosathaltige Herbizide als entscheidend für die nationale Sicherheit und die Lebensmittelsicherheit der USA bezeichnet.

Bayer als einziger US-Produzent im Fokus

In der Verordnung wird deutlich gemacht, dass es derzeit in den USA nur einen einzigen Produzenten glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel gibt: die Bayer-Tochter Monsanto. Diese Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller mache, so die Begründung der Regierung, die Verteidigungsindustrie und die Ernährungssicherheit der Vereinigten Staaten anfällig für potenzielle Einflüsse durch feindliche, ausländische Akteure.

Ein Sprecher des Leverkusener Agrarchemie-Konzerns Bayer erklärte, die Verordnung betone die dringende Notwendigkeit, dass US-Landwirte weiterhin Zugang zu wichtigen, im Inland hergestellten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat haben. Das Unternehmen werde der Verordnung selbstverständlich Folge leisten.

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Rechtliche Absicherung für Produzenten

Die Verordnung enthält zudem eine wichtige Klausel zur rechtlichen Absicherung der beteiligten Unternehmen. Konkret heißt es darin:

  • Keine Anordnung, Vorschrift oder Verordnung darf die Unternehmensfähigkeit eines inländischen Herstellers von elementarem Phosphat oder Herbiziden auf Glyphosatbasis gefährden
  • Elementares Phosphat wird als wichtiger Ausgangsstoff für die Glyphosat-Herstellung bezeichnet
  • Diese Herbizide spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Vorsprungs der USA

Wissenschaftliche Kontroverse und rechtliche Auseinandersetzungen

Die Verordnung steht im Kontrast zu anhaltenden wissenschaftlichen und rechtlichen Kontroversen um Glyphosat:

  1. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der WHO stufte Glyphosat 2015 als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen ein
  2. Andere WHO-Einrichtungen und europäische Behörden folgten dieser kritischen Einstufung nicht
  3. Bayer hat den Verdacht stets zurückgewiesen und betont, Glyphosat sei ein sicheres und wichtiges Werkzeug für Landwirte weltweit

Erst kürzlich schloss Bayer in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen zum glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup. Die Zahlungen für diesen Vergleich umfassen maximal 7,25 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren.

Auswirkungen auf die globale Landwirtschaft

Die Entscheidung der US-Regierung hat auch internationale Auswirkungen, da Glyphosat-Produkte wie Roundup weltweit eingesetzt werden. Bayer-Chef Bill Anderson betonte kürzlich, dass die Wahrheit über die Sicherheit von Glyphosat von Wissenschaftlern und Aufsichtsbehörden international bestätigt worden sei. Die Verordnung unterstreicht die strategische Bedeutung, die die Trump-Administration der heimischen Agrarproduktion beimisst, und könnte langfristige Auswirkungen auf die globale Diskussion um Pflanzenschutzmittel haben.

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