Weinbauern kämpfen gegen Spätfrost: Kerzen und Rauchfeuer schützen Reben in Sachsen
Weinbauern schützen Reben vor Spätfrost mit Kerzen und Feuern

Weinbauern in Sachsen verteidigen ihre Reben gegen gefährlichen Spätfrost

In den Weinbergen Sachsens herrscht in diesen Nächten ein ungewöhnliches Bild: Hunderte Kerzenflammen und Rauchfeuer erleuchten die Hänge, während Winzer um ihre kostbaren Reben kämpfen. Angesichts späten Nachtfrosts greifen die Weinbauern zu traditionellen Methoden, um ihre empfindlichen Pflanzen zu schützen.

Knospen in kritischer Entwicklungsphase

„Unsere Reben auf unserer Weinbaufläche in Weinböhla befinden sich gerade im Knospenaufbruch“, erklärt Till Neumeister, Weinbauleiter von Schloss Wackerbarth. „Das bedeutet, wir können bereits die ersten grünen Teile an den Knospen erkennen.“ Genau diese jungen Triebe, aus denen später die Trauben wachsen sollen, sind besonders frostempfindlich und bedürfen besonderen Schutzes.

Kerzen als thermische Schutzbarriere

Um die etwa zehn Hektar große Anbaufläche mit rund 50.000 Reben zu schützen, haben die Winzer zwischen 250 und 300 Kerzen aufgestellt. Diese sind etwa alle vier Meter positioniert und bilden eine thermische Barriere. „Die Kerzen tragen mit ihrer Wärmeentwicklung dazu bei, dass die kalte Luft aus dem relativ flachen Weinberg schneller abfließen kann“, erläutert Neumeister das Prinzip.

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Traditionelle Rauchfeuer als Alternative

Auf anderen Flächen setzen die Weinbauer statt auf Kerzen auf klassische Rauchfeuer aus Holzscheiten und Holzkohle. Diese Methode erzeugt nicht nur Wärme, sondern auch eine Rauchschicht, die zusätzlich isolierend wirken kann. Beide Verfahren gehören zu den bewährten, wenn auch arbeitsintensiven Schutzmaßnahmen gegen Spätfrost.

Frostige Nächte in Sachsen

Die Schutzmaßnahmen sind dringend notwendig, wie Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig bestätigt: „Verbreitet hatte es in der Nacht in Sachsen Frost und auch Frost in Bodennähe gegeben.“ Die Temperaturen seien stellenweise auf bis zu minus 3 oder 4 Grad Celsius gesunken. Während es in weiten Teilen Sachsens nun milder werden soll, könnten in den Hochtälern des Erzgebirges oder im Vogtland auch in den kommenden Nächten noch Temperaturen unter null Grad erreicht werden.

Existenzielle Bedeutung für Winzer

Für die Weinbauern ist der Schutz vor Spätfrost von existenzieller Bedeutung. Ein einziger Frostnacht kann die gesamte Ernte eines Jahres gefährden, wenn die empfindlichen Knospen erfrieren. Die aufwändigen Schutzmaßnahmen mit Kerzen und Feuern stellen daher eine notwendige Investition in die Zukunft der Weinberge dar, auch wenn sie zusätzliche Kosten und Arbeitsaufwand bedeuten.

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