DHL trotzt globaler Flaute: Brief- und Paketgeschäft in Deutschland überrascht positiv
DHL trotzt Flaute: Brief- und Paketgeschäft überrascht

DHL trotzt globaler Flaute: Brief- und Paketgeschäft in Deutschland überrascht positiv

In stürmischen wirtschaftlichen Zeiten präsentiert der Logistikkonzern DHL überraschend robuste Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 2025. Was einst die rein nationale Bundespost war, hat sich zum globalen Logistikriesen mit 584.000 Beschäftigten entwickelt. Trotz einer schwachen Weltkonjunktur gelang es dem Bonner Unternehmen, sein operatives Ergebnis deutlich zu steigern.

Ergebnissteigerung trotz Umsatzrückgangs

Der Umsatz des Konzerns fiel im vergangenen Jahr zwar um 1,6 Prozent auf rund 82,9 Milliarden Euro, was teilweise auf den schwachen US-Dollar zurückzuführen ist. Zugleich legte das operative Ergebnis (Ebit) von DHL jedoch bemerkenswert um 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu. Diese positive Entwicklung ist auf umfassende Effizienzmaßnahmen zurückzuführen.

Kostensenkungen und Prozessoptimierungen wurden durch den verstärkten Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz erreicht. Routen wurden systematisch optimiert und Preise strategisch angepasst. Konzernchef Tobias Meyer zeigte sich mit dem „guten operativen Ergebnis“ zufrieden und betonte: „Wir sind global wie lokal bestens aufgestellt.“ DHL firmiert an der Börse und im inländischen Briefgeschäft weiterhin als Deutsche Post.

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Deutsches Stammgeschäft als Wachstumstreiber

Besonders überraschend entwickelte sich das traditionelle Brief- und Paketgeschäft in Deutschland. Diesem Bereich wird im global aufgestellten Konzern normalerweise kein großes Wachstumspotenzial zugeschrieben – bisweilen galt er sogar als Sorgenkind. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 17,9 Milliarden Euro, während das Betriebsergebnis um mehr als ein Viertel auf eine Milliarde Euro nach oben schnellte.

Einer der Hauptgründe für diese positive Entwicklung war die Portoerhöhung zu Beginn des Jahres 2025. Seitdem kostet ein Standardbrief in Deutschland 95 Cent – zehn Cent mehr als zuvor. Während die Briefmenge im Digitalzeitalter weiter deutlich zurückging, verzeichnete die Paketmenge einen spürbaren Zuwachs. Diese Entwicklung zeigt die erfolgreiche Anpassung an veränderte Marktbedingungen.

Herausforderungen im Frachtgeschäft

Im Frachtbereich hinterließen die globalen Verwerfungen deutliche Spuren. Handelskonflikte und konjunkturelle Abkühlung führten zu einem spürbaren Einbruch: Das Frachtgeschäft sackte ab, dessen Betriebsergebnis brach um rund 30 Prozent ein. Zum Konzernportfolio gehört weiterhin das lukrative Expressgeschäft mit zeitkritischen Sendungen, das beim Umsatz leicht verlor, aber beim Ergebnis moderat zulegen konnte.

Vorsichtiger Ausblick für 2026

Für das laufende Jahr äußert sich Konzernchef Meyer zurückhaltend optimistisch. „Es gibt vor allem in der Geopolitik sehr viele Variablen und Unsicherheiten – das haben wir in den ersten zwei Monaten des Jahres schon deutlich gesehen“, erklärte er. Die Konzernprognose geht von keiner wesentlichen Verbesserung des weltwirtschaftlichen Umfelds aus.

Das operative Ergebnis soll 2026 bei über 6,2 Milliarden Euro liegen – damit peilt DHL nur einen geringfügig höheren Wert als im vergangenen Jahr an. „Insgesamt sehe ich uns für 2026 sehr gut aufgestellt“, betonte Meyer. Geopolitische Entwicklungen wie die Folgen des Iran-Kriegs könnten das Bonner Unternehmen jedoch beeinflussen, insbesondere über seine bedeutenden Standorte in Dubai, wo DHL ein Logistik-Drehkreuz, ein Innovationszentrum und ein großes Lagerhaus betreibt.

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