Iran-Konflikt blockiert deutsche Schifffahrt: 25 Schiffe und 7.000 Passagiere betroffen
Iran-Krieg betrifft 25 deutsche Schiffe mit 7.000 Passagieren

Deutsche Schifffahrt im Iran-Konflikt massiv beeinträchtigt

Der anhaltende Krieg gegen Iran hat erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Handelsschifffahrt. Nach aktuellen Angaben des Verbands deutscher Reeder (VDR) sind mindestens 25 Schiffe von sieben deutschen Reedereien in den Gewässern des Persischen Golfs direkt betroffen. Besonders kritisch ist die Situation für zwei Kreuzfahrtschiffe, die mit insgesamt etwa 7.000 Passagieren an Bord die Region durch die strategisch wichtige Straße von Hormus aus Sicherheitsgründen derzeit nicht verlassen können.

Krisenstimmung in der deutschen Schifffahrtsbranche

Der VDR mit Sitz in Hamburg betonte, dass deutsche Schiffe und ihre Besatzungen bislang zwar keinen direkten Angriffen ausgesetzt waren, die Lage entlang einer der weltweit wichtigsten Energie- und Handelsrouten jedoch äußerst besorgniserregend sei. In der erweiterten Region, einschließlich des Arabischen und Roten Meeres, seien noch deutlich mehr Schiffe deutscher Reedereien von den Auswirkungen des Konflikts tangiert.

In vielen Mitgliedsunternehmen finden fortlaufend Krisensitzungen statt, um angemessene Sicherheitsmaßnahmen zu koordinieren. Wo immer möglich werden Schiffe umgeleitet – beispielsweise um das Kap der Guten Hoffnung herum statt durch den Suezkanal – oder aus besonders gefährdeten Seegebieten abgezogen. Andere Schiffe verharren in möglichst sicheren Positionen und warten auf weitere Anweisungen ihrer Reedereien.

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Warnungen und Sicherheitsmaßnahmen der Reedereien

Zwar existiert aktuell keine physische Blockade der etwa 39 Kilometer breiten Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Allerdings liegen zahlreiche Warnungen und Funksprüche iranischer Stellen vor, die Schiffe auffordern, diese wichtige Passage nicht zu nutzen. Der VDR äußerte sich bewusst nicht zu den konkreten Namen der betroffenen Reedereien und Schiffe, da es sich hierbei um sensible sicherheitsrelevante Informationen handle, deren Veröffentlichung in der aktuellen Lage zusätzliche Risiken für Besatzungen, Passagiere und Schiffe verursachen könnte.

Die weltgrößte Reederei MSC hat als Reaktion auf die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten und die Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sowie der Bab-al-Mandab-Straße alle Schiffe, die sich in der Golfregion befinden oder dorthin unterwegs sind, angewiesen, spezielle Schutzgebiete anzulaufen. Zusätzlich hat MSC vorsorglich alle Buchungen für weltweite Frachttransporte in den Nahen Osten bis auf weiteres ausgesetzt.

Hapag-Lloyd verhängt Kriegsrisikozuschläge

Auch die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, die fünftgrößte Containerreederei der Welt, hat Fahrten durch die Straße von Hormus bis auf weiteres komplett eingestellt. Für Transporte zum und vom Persischen sowie Arabischen Golf verlangt das Unternehmen von seiner Kundschaft nun einen speziellen Kriegsrisikozuschlag. Für Standardcontainer werden zusätzlich 1.500 US-Dollar fällig, für Kühlcontainer und Spezialausrüstung sogar 3.500 Dollar extra.

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten gefährden damit nicht nur die regionale Stabilität, sondern beeinträchtigen massiv eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten des globalen Welthandels. Der Verband deutscher Reeder vertritt nach eigenen Angaben mit rund 200 Mitgliedsunternehmen den größten Teil der deutschen Handelsflotte und beobachtet die Entwicklungen mit größter Sorge.

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