Lufthansa reagiert auf Musiker-Proteste: Neue Handgepäckregeln für Instrumente
Die Lufthansa hat nach heftigen Protesten von Musikern ihre strengen Handgepäckregeln gelockert. Ab März 2026 dürfen Geigen, Ukulelen, Trompeten und ähnliche Instrumente nun in der Kabine mitgeführt werden, sofern der Kasten eine Gesamtsumme aus Höhe, Breite und Tiefe von maximal 125 Zentimetern nicht überschreitet. Diese Änderung betrifft auch die Tochtergesellschaften Eurowings, Austrian und Swiss und ersetzt ein sonstiges Handgepäckstück.
Ein Albtraum für eine Violinistin
Auslöser für die Neuregelung war ein traumatisches Erlebnis der Leipziger Violinistin Carolin Widmann. Auf einem Flug von Helsinki nach Leipzig musste sie ihre 244 Jahre alte, zwei Millionen Euro teure Geige auf dem Schoß balancieren, da die Fluggesellschaft den Transport als Handgepäck verweigerte. "Ich bin Zehntausende Tode gestorben", beschrieb die 49-jährige Professorin ihre Angst, dem wertvollen Instrument könnte etwas zustoßen. Nicht einmal einen Toilettengang wagte sie während des Fluges.
Erfolg durch offenen Brief
Nach ihrer Beschwerde bei der Lufthansa verfasste Widmann einen offenen Brief an Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr, der in sozialen Medien große Aufmerksamkeit erregte. Die Aktion zeigte Wirkung: Die neue Regelung bietet Musikern nun mehr Sicherheit und Verlässlichkeit. Widmann erhielt seither Dankesworte von Kollegen weltweit, die oft ähnliche Ängste beim Einchecken hatten.
Regeln für größere Instrumente
Für größere Instrumente wie Tubas gelten weiterhin spezielle Vorschriften. Sollen sie in der Kabine transportiert werden, ist ein eigener, gebuchter Sitzplatz erforderlich. Andernfalls müssen sie im Frachtraum mitfliegen. In der EU existieren keine einheitlichen Regeln für den Transport von Musikinstrumenten in Flugzeugen, sodass Fluglinien oft kulant handeln, aber auch strikte Maßnahmen umsetzen können.
Diese Lockerung markiert einen wichtigen Schritt für die Musikgemeinschaft und unterstreicht den Wert kultureller Güter im Reiseverkehr.



