Serengeti-Park verklagt Logistikunternehmen nach spektakulärem Airbus-Transport
Der Serengeti-Park in Hodenhagen hat eine Millionenklage gegen eine Logistikfirma eingereicht, die für den Transport eines ausrangierten Bundeswehr-Airbus verantwortlich war. Das Unternehmen soll eine mangelhafte Machbarkeitsstudie erstellt haben, in der drei wichtige Landschaftsschutzgebiete nicht erwähnt wurden, für die aufwendige Sondergenehmigungen beantragt werden mussten.
2,4 Millionen Euro Schadenersatz gefordert
Die Klage vor einem Landgericht beläuft sich auf 2,4 Millionen Euro Schadenersatz. Eine Sprecherin des Parks im Heidekreis erklärte, dass durch die daraus resultierende Verzögerung von vier Jahren erhebliche Mehrkosten entstanden seien. Diese umfassen unter anderem Flughafenmiete und teure Gutachten, die zusätzlich angefertigt werden mussten.
Parkinhaber Fabrizio Sepe betonte, er hätte den Bundeswehr-Flieger mit dem Namen „Kurt Schumacher“ nicht gekauft, wenn er von Anfang an über die tatsächlichen Schwierigkeiten informiert gewesen wäre. Die fehlenden Angaben in der Machbarkeitsstudie hätten zu erheblichen Planungsproblemen geführt.
Logistikfirma weist Vorwürfe zurück
In einem Bericht der „HAZ“ wies das verklagte Logistikunternehmen über eine Anwaltskanzlei die Vorwürfe entschieden zurück. Das Unternehmen erklärte, es sei ausschließlich um die technische Machbarkeit des Transportes gegangen. Die Forderung des Serengeti-Parks werde als unbegründet angesehen, da die Studie ihren eigentlichen Zweck erfüllt habe.
Airbus wird zum Restaurant umgebaut
Nach jahrelangen Diskussionen um die Genehmigung für die dreitägige Fahrt durch ein Landschaftsschutzgebiet traf der 6,80 Meter hohe Airbus Ende Oktober schließlich im Freizeitpark ein. Der eigentliche Transport wurde von einem anderen Unternehmen durchgeführt.
Im Sommer soll in dem früheren Regierungs- und Truppentransporter ein Restaurant mit etwa 200 Plätzen entstehen, davon rund 150 im Inneren des Flugzeugs. Dieses einzigartige Projekt soll eine neue Attraktion für den Park darstellen, der bereits für seine Safaritouren, Achterbahnen und Shows bekannt ist.
Hintergrund zum Serengeti-Park
Der Serengeti-Park Hodenhagen beherbergt rund 1.500 freilaufende Wildtiere und bietet neben Safaritouren zahlreiche Freizeitattraktionen. Der spektakuläre Transport des Airbus und die anschließende Umrüstung zum Restaurant sind Teil der kontinuierlichen Erweiterung des Parkangebots.
Die Klage unterstreicht die komplexen logistischen und rechtlichen Herausforderungen, die mit solch außergewöhnlichen Projekten verbunden sind. Der Ausgang des Verfahrens könnte weitreichende Folgen für ähnliche Vorhaben in der Freizeit- und Logistikbranche haben.



