Uckermark-Unternehmer ruft zu Protest auf: 18.000 Euro Mehrkosten für Diesel
Manuel Stehlmann, Transportunternehmer aus der Uckermark, hat die Nase voll. Seinem familiengeführten Betrieb beschert die aktuelle Preisexplosion auf dem Kraftstoffmarkt monatliche Mehrkosten von 18.000 Euro. „Das ist doch nicht mehr normal“, erklärt der 46-Jährige mit deutlichen Worten. Er wünscht sich, dass hunderte Protest-Lkw rollen, und appelliert an die Öffentlichkeit.
Massiver wirtschaftlicher Druck auf die Transportbranche
„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, bilanziert Stehlmann stellvertretend für seine Branche. Die stark gestiegenen Dieselpreise sowie kontinuierlich anziehende Kosten in nahezu allen Bereichen setzen die gesamte Logistikbranche massiv unter Druck. „Der Kraftstoff stellt einen der größten Kostenfaktoren in unserem Gewerbe dar“, so der Unternehmer.
Die erheblichen Preissteigerungen könnten in der Praxis kaum oder nur zeitverzögert an Auftraggeber weitergegeben werden. Aktuell seien knapp neun Prozent ausgehandelt – „ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Gleichzeitig steigen weitere Ausgaben wie Mautgebühren, Personalkosten, Wartung, Ersatzteile und Versicherungen deutlich an. Diese Entwicklung führe dazu, dass die Margen immer weiter schrumpfen.
Existenzgefährdung für mittelständische Betriebe
Viele Transportunternehmen arbeiteten mittlerweile an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Die Rücklagen seien aufgebraucht, Investitionen würden verschoben oder komplett gestrichen. „Die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen und die Aufrechterhaltung eines zuverlässigen Transportnetzes geraten dadurch zunehmend in Gefahr“, warnt Stehlmann.
Besonders kritisch sei, dass Transportunternehmen in einer stark wettbewerbsgeprägten Branche tätig sind, in der Preiserhöhungen nur schwer durchsetzbar seien. Gleichzeitig trügen sie eine zentrale Verantwortung für die Versorgung von Industrie, Handel und Bevölkerung.
Konkrete Situation des Familienbetriebs
Der Betrieb mit Hauptsitz in Burg Stargard beschäftigt aktuell 13 Angestellte und verfügt über zehn Sattelzüge. Ein Großteil des Umsatzes wird in der Uckermark erwirtschaftet, wo vorrangig Getreide- und Düngemitteltransporte für Agrarfirmen abgewickelt werden. Hier rollen zwei Sattelzüge quasi rund um die Uhr – „noch“, wie Stehlmann betont.
Auch in der Landwirtschaft zeichne sich eine besorgniserregende Entwicklung ab: „Der Getreidepreis ist momentan so schlecht, dass die Landwirte nicht verkaufen, wenn sie nicht müssen. Hinzu kommt, dass der Dünger so teuer ist, dass die Bauern nur so viel anliefern lassen, wie sie unbedingt brauchen“.
Appell an Politik und Wirtschaft
Stehlmann macht keinen Hehl aus der Brisanz der Situation im März 2026: „Ohne eine spürbare Entlastung oder faire Anpassung der Frachtraten ist die Existenz vieler Betriebe akut gefährdet“. Er appelliert dringend an alle Beteiligten – Auftraggeber, Politik und Wirtschaft –, gemeinsam Lösungen zu finden, um die Transportbranche nachhaltig zu stabilisieren und zukunftsfähig zu halten.
Sein Fazit ist deutlich: „Wenn die großen Transportunternehmen mit 200 Fahrzeugen und mehr auf die Straße gehen und die Arbeit niederlegen würden, dann wären wir dabei. Wir würden uns dem Protest anschließen. Denn so, wie es jetzt läuft, kann es nicht mehr lange gutgehen in Deutschland.“ So dramatisch sei es noch nie seit der Unternehmensgründung im Jahr 2012 gewesen.



