Campingplatz-Chef wettert gegen Panik-Wetterberichte: 60 Stornierungen am Herrentagswochenende
Campingplatz-Chef wettert gegen Panik-Wetterberichte: 60 Stornierungen am Herrentagswochenende

Jens Dröge, Leiter des Campingplatzes „Ecktannen“ in Waren an der Müritz, ist verärgert über seiner Meinung nach übertriebene Unwetterwarnungen in den Medien. Am langen Herrentagswochenende führten angedrohte Stürme und Starkregen zu 60 Stornierungen und vorzeitigen Abreisen von Gästen, obwohl das Wetter letztlich moderat ausfiel. Der Umsatzverlust betrug rund 3000 Euro.

Dröge kritisiert, dass solche „Panik-Wetterberichte“ nicht nur seinen Platz, sondern die gesamte Region treffen: Gastronomie, Hotels und Fahrgastschiffe seien ebenfalls betroffen. Er betont, dass die Übernachtungspreise auf seinem Platz seit drei Jahren stabil geblieben sind – inklusive Strom, Dusche und WLAN. Nur bei Dauercampern habe es eine leichte Anpassung gegeben.

Der ADAC hatte zuvor einen Preisanstieg von knapp drei Prozent für Camping in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. Dröge widerspricht: „Das ist wieder so eine Zusammenfassung, die Leute allein wegen der Schlagzeile abschreckt.“ Er wolle seinen Gästen, die ohnehin finanziell belastet seien, keine höheren Kosten zumuten.

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Neben den Wetterkapriolen bereitet der Branche der Personalmangel Sorgen. Dröge weist auf die langen Öffnungszeiten von 8 bis 22 Uhr hin und fragt: „Wer will denn heute noch Wochen durcharbeiten, im Schichtbetrieb?“ Zudem seien die Baukosten für ein neues Sanitärhaus um die Hälfte gestiegen, was in der nächsten Saison wohl zu Preiserhöhungen führen werde.

Manja Zachmann, Betreiberin des Campinghofs „Am Grünen Baum“ in Neustrelitz, kann sich Preiserhöhungen nicht leisten. Sie ist erst in der dritten Saison dabei und möchte sich einen Namen machen. Ihr Platz mit Stellplätzen, Zeltwiese, Kiosk und Hunde-Spielwiese wird bereits von Gästen aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden besucht.

Der ADAC bestätigt regionale Preisunterschiede in Mecklenburg-Vorpommern: An der Ostseeküste stieg der Durchschnittspreis von 47 auf 52 Euro, auf Usedom von 44 auf 50 Euro. Auf Fischland-Darß-Zingst liegt er bei 44 Euro, während die Seenplatte mit 40 Euro sogar günstiger als im Vorjahr ist. Bundesweit ist Deutschland mit durchschnittlich 38 Euro pro Übernachtung für eine dreiköpfige Familie das günstigste Campingland in Europa.

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