Der Volkswagen-Konzern führt nach Informationen der „Financial Times“ Gespräche mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defence Systems über eine mögliche Nutzung des VW-Werks in Osnabrück. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. In dem Werk mit rund 2300 Beschäftigten läuft die Produktion des VW T-Roc Cabrio noch bis Mitte 2027, danach ist die Zukunft ungewiss.
Laut dem Bericht geht es nicht um die Herstellung von Raketen für das Abwehrsystem Iron Dome, sondern um Spezial-Lkw für den Raketentransport sowie um Abschussvorrichtungen oder Generatoren. Die Umstellung der Produktion erfordere vergleichsweise geringe Investitionen und sei innerhalb von zwölf bis 18 Monaten möglich, allerdings sei die Zustimmung der Belegschaft nötig.
Rafael verspricht sich von dem Schritt einen besseren Zugang zum europäischen Markt, da viele Länder als Reaktion auf den Ukraine-Krieg in ihre Flugabwehr investieren. Deutschland sei als Standort bevorzugt, weil es ein enger Unterstützer der Ukraine sei und das Unternehmen damit Bitten hochrangiger deutscher Beamter nachkomme, freie Industriekapazitäten zu nutzen.
Ein Insider wird mit den Worten zitiert: „Das Ziel ist es, alle zu retten, vielleicht sogar zu wachsen.“ Volkswagen wollte die Anfrage der „Financial Times“ zunächst nicht kommentieren. Allerdings hatte der Konzern vor wenigen Wochen bestätigt, über eine Fertigung von Militärfahrzeugen in Osnabrück nachzudenken. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hatte eine mögliche Übernahme des Werks zuvor abgelehnt.



