Der Lieper Winkel auf Usedom ist eine kleine Halbinsel im Süden der Insel, die abseits der touristischen Pfade liegt. Statt weißer Ostseestrände bietet sie verträumte Dörfer, schilfgesäumte Buchten und die älteste Kirche der Insel. Ein besonderes Highlight ist der Heimathof in Rankwitz, ein Museum zum Anfassen.
Der Heimathof ist im ehemaligen Schulgebäude von 1895 untergebracht, das der Heimatverein Lieper Winkel liebevoll saniert hat. Besucher können hier in einem originalgetreu eingerichteten Klassenzimmer Platz nehmen und sich mit Zeigestock und alter Landkarte über die Region informieren. Die Exponate stammen fast alle aus dem Lieper Winkel und laden zum Ausprobieren ein.
Marina Sundmacher, eine Kennerin der Region, erzählt die Legende vom Jungfernberg: Vier junge Frauen sollen dort von einem Spielmann zum Tanzen verführt worden sein, der sich in den Teufel verwandelte und sie verschlang. Bei Wind oder Nebel höre man sie noch heute weinen.
Der Lieper Winkel war bis vor hundert Jahren autark und ohne Straßenanbindung. Die Bewohner reisten mit Booten oder Schlitten über den Peenestrom, der im 18. Jahrhundert Staatsgrenze zwischen Schweden und Preußen war. Schmuggel blühte, und der Reichtum wurde durch das Tragen aller Kleidungsstücke übereinander zur Schau gestellt.
Der Heimathof öffnet dreimal wöchentlich und bietet auch Kaffee und Kuchen. Von hier aus können Besucher die Halbinsel mit dem Rad oder zu Fuß erkunden.



