Die Preise für Diesel und Benzin sind über das Wochenende im Schnitt deutlich gestiegen. Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 am Sonntag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,017 Euro, Diesel 2,104 Euro. Gegenüber dem Vortag stiegen die Preise um 1,4 bzw. 1,1 Cent.
Der Vergleich mit den Tagesdurchschnitten vor Einführung des Tankrabatts zeigt: E10 ist derzeit nur 10,9 Cent billiger, Diesel 11,1 Cent. Das ist deutlich weniger als die Steuerermäßigung von 16,7 Cent pro Liter, die am 1. Mai in Kraft trat. Der ADAC kritisiert, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung nicht vollständig an die Kunden weitergeben.
Ein Anstieg der Rohölpreise kann die Entwicklung laut ADAC nicht erklären, da der Rohölpreis derzeit niedriger ist als Ende April. Der ADAC fordert daher Preissenkungen um mehr als 16,7 Cent unter das Niveau vor dem Tankrabatt.
Die Bundesregierung forderte die Mineralölkonzerne auf, den Rabatt weiterzugeben. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sprach von einer „klaren Erwartung“. Das Bundeskartellamt analysiere die Preise unabhängig und werde eine detaillierte Auswertung vorlegen. Sollte die befristete Steuersenkung nicht weitergegeben werden, behalte man sich Schritte vor.
Zwischen den Tankstellen gibt es spürbare Preisunterschiede. Einzelne Betreiber boten am Montagmorgen Diesel und E10 für unter 2 Euro an. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel steigen die Preise mittags stark an, oft um mehr als 10 Cent, und fallen bis zum nächsten Vormittag wieder. Das Bundeskartellamt stellte regionale Unterschiede fest: In Süddeutschland lag das Niveau am Samstagvormittag 5 bis 7 Cent niedriger als in Mittel- und Norddeutschland.



