Die Treibstoffkrise bei der Lufthansa hat sich binnen 72 Stunden dramatisch zugespitzt. Konzernchef Carsten Spohr hat die Belegschaft nach Informationen des SPIEGEL auf harte Notfallpläne eingestimmt. Demnach bereitet sich die Fluggesellschaft auf ein Grounding von bis zu 40 Jets vor. Gegen leere Tanks helfe auch die beste Absicherung nicht, heißt es intern.
Hintergrund der Krise
Auslöser der Krise ist eine Verknappung von Kerosin, die durch Lieferengpässe und logistische Probleme an mehreren deutschen Flughäfen verursacht wird. Besonders betroffen ist der Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt, wo die Treibstoffvorräte knapp werden. Die Lage hat sich in den vergangenen drei Tagen erheblich verschärft, sodass nun drastische Maßnahmen erforderlich sind.
Konzernchef Spohr bezeichnete die Situation als „beispiellos“ und betonte, dass alle verfügbaren Kapazitäten mobilisiert würden, um die Versorgung sicherzustellen. Dennoch sei ein Grounding von bis zu 40 Flugzeugen nicht auszuschließen, falls sich die Lage nicht entspanne.
Auswirkungen auf den Flugbetrieb
Die geplante Stilllegung von Jets würde zu erheblichen Flugausfällen und Verspätungen führen. Passagiere müssten mit kurzfristigen Streichungen rechnen. Die Lufthansa arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, und prüft alternative Treibstoffquellen.
Bereits jetzt kommt es zu Verzögerungen, da Flugzeuge auf andere Flughäfen umgeleitet werden müssen, um dort zu tanken. Die genaue Zahl der betroffenen Flüge ist noch unklar, aber die Airline rechnet mit einer deutlichen Beeinträchtigung des Sommerflugplans.
Reaktionen aus der Branche
Die Treibstoffkrise betrifft nicht nur die Lufthansa. Auch andere Airlines berichten von Engpässen, wenn auch in geringerem Ausmaß. Branchenexperten warnen vor einer längeren Versorgungskrise, falls die Lieferketten nicht stabilisiert werden. Die Lufthansa hat bereits Gespräche mit den Behörden und Treibstofflieferanten aufgenommen, um eine schnelle Lösung zu finden.
Ein Sprecher des Flughafenverbandes ADV erklärte: „Die Situation ist ernst, aber die Beteiligten arbeiten mit Hochdruck daran, die Versorgung sicherzustellen.“



