Pool-Liegen-Kampf: Tourismusforscher warnt vor Eskalation im Sommer 2025
Pool-Liegen-Kampf: Forscher warnt vor Eskalation

Schulkinder zählen bereits die Tage bis zu den großen Ferien, viele Familien haben ihre Urlaubsreisen gebucht und warten sehnsüchtig auf eine Auszeit im Warmen. Doch die Vorfreude wird getrübt durch die Sorge, ob man überhaupt eine der begehrten Sonnenliegen am Pool ergattern kann. Ein Tourismusforscher prognostiziert für diesen Sommer eine Zunahme von Konflikten um die begrenzten Liegeplätze.

Forscher sieht Konfliktpotenzial in der DNA deutscher Touristen

Der Tourismusforscher Professor Dr. Markus Reif von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde erklärt: „Das Ringen um die besten Plätze am Pool ist tief in der DNA deutscher Touristen verankert.“ Er befürchtet, dass die angespannte Buchungslage und die steigende Nachfrage nach Pauschalreisen zu mehr Auseinandersetzungen führen werden. Laut einer Umfrage des Deutschen Reiseverbands (DRV) planen 72 Prozent der Deutschen einen Sommerurlaub – so viele wie seit Jahren nicht. Die Hotels reagieren darauf mit höheren Auslastungen, was den Druck auf die Poolbereiche erhöht.

Branchensprecher wiegelt ab: Lösungen sind kaum massentauglich

Ein Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) hingegen versucht zu beschwichtigen. „Die meisten Hotels haben ihre Kapazitäten im Griff und bieten ausreichend Liegen an“, so der Sprecher. Allerdings räumt er ein, dass es in Spitzenzeiten zu Engpässen kommen könne. Als Lösungsansätze nennt er die Einführung von Reservierungssystemen oder die Begrenzung der Liegennutzung auf zwei Stunden pro Gast. Diese Maßnahmen seien jedoch kaum massentauglich, da sie einen erhöhten Personalaufwand bedeuten und von den Gästen oft nicht akzeptiert werden.

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Hotels setzen auf Technik und Regeln

Einige Hotels versuchen bereits, das Problem mit technischen Lösungen zu entschärfen. So setzen etwa Anlagen in Spanien und Griechenland auf digitale Liegenreservierungen über die Hotel-App. Andere Häuser haben strikte Regeln erlassen: Handtücher, die länger als 30 Minuten unbeaufsichtigt auf einer Liege liegen, werden entfernt. Doch solche Maßnahmen stoßen bei Urlaubern nicht immer auf Gegenliebe. „Ich will mich im Urlaub nicht ständig an Vorschriften halten müssen“, sagt die Berlinerin Petra Schmidt, die regelmäßig nach Mallorca reist.

Experten raten zu frühzeitiger Planung

Um Konflikte zu vermeiden, empfehlen Reiseexperten, die Anreisezeiten und Nutzungsgewohnheiten zu entzerren. „Wer morgens um sieben Uhr am Pool erscheint, hat die größte Auswahl“, rät Tourismusforscher Reif. Zudem sollten Urlauber auf alternative Bademöglichkeiten wie den Strand oder den Wellnessbereich ausweichen. Letztlich bleibe aber die Verantwortung bei den Hotels, für ausreichend Liegeplätze zu sorgen. „Die Branche muss sich darauf einstellen, dass die Nachfrage weiter steigt“, so Reif.

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