Vom Ferienjob zur Inhaberin: Laura Pukropski erfüllt sich ihren Traum
Mit 24 Jahren wissen viele junge Menschen noch nicht, wohin die berufliche Reise geht. Laura Pukropski hingegen hat sich bereits ihren Traum erfüllt und eine Segelschule gekauft. Die Segelschule in Plau am See existierte jahrzehntelang unter der Leitung von Gerd Menning und seiner Frau Moni. Als der Gründer sich aus Altersgründen zurückziehen wollte, kannten er und Laura sich bereits seit Jahren. Schon länger war Laura im Sommer als Segellehrerin für die Jüngsten zuständig.
Von der Schul-AG zur Leistungssportlerin
Mit neun Jahren begann Laura in einem Optimisten, der kleinsten Segelbootklasse. „Es war Teil einer Schul-AG, zu der meine Mutter mich gedrängt hat. Aber das hat solchen Spaß gemacht, dass ich gemerkt habe: Segeln ist mein Sport!“ Mit 14 kam sie erstmals zur Segelschule in Plau, absolvierte einen Ferienjob und kehrte regelmäßig zurück. „Moni und Gerd wurden dabei so etwas wie meine Großeltern“, erinnert sich Laura. Mit 13 stieg sie in den Leistungssport ein und war einige Jahre erfolgreich aktiv. Vor etwa drei Monaten entschied sie sich jedoch, aus dem Leistungssport auszusteigen. „Der deutsche Seglerverband sah keine Möglichkeiten mehr, unser Team zu finanzieren. Eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Japan aus Eigenmitteln war nicht realistisch – ich musste Prioritäten setzen“, erklärt sie.
Neuer Traum: Eigene Segelschule
Stattdessen widmet sich die 24-Jährige nun einem anderen Traum. Die Erfahrungen aus dem Leistungssport halfen ihr, die nötigen Voraussetzungen zu erfüllen. Zuvor war sie in der Segelschule bereits als Angestellte tätig. Die Geschäftsführer vor ihr hatten die Position nur interimsmäßig inne. Nun übernimmt die gelernte Bankkauffrau selbst die Verantwortung und bringt ihre Erfahrungen aus Sport und Segelschule ein. Ihre Familie steht ihr zur Seite: Die Eltern sind berufstätig, packen aber mit an. „Mein Papa übernimmt an den Wochenenden Hausmeistertätigkeiten, Mama kocht für uns alle.“ Ihr Bruder und ihre jüngere Schwester helfen ebenfalls, und auch ihren Freund, einen Unternehmensberater, hat Laura überzeugt, etwa beim Renovieren der Boote zu helfen.
Angebote und Visionen
Neben dem Schulbetrieb bietet Laura Eventfahrten für Gruppen bis zu zwölf Personen auf einem alten Segelkutter an, der der DDR-Marine als Ausbildungsschiff diente. Mit ihrer Tätigkeit möchte sie den Segelsport in die Mitte der Gesellschaft holen. „Ich möchte Segeln für jeden zugänglich machen“, betont sie. Langfristig will sie die Segelschule barrierefrei gestalten. Für sie ist Segeln ein Stück Freiheit auf dem Wasser, das sie Schnupperern zeigen möchte. Regelmäßig lädt sie mittwochs und sonnabends zu kleinen Kutter-Törns ein.



