Trotz Gewinneinbruch: 1&1-Chef Dommermuth hält am eigenen Mobilfunknetz fest
1&1-Chef trotz Gewinnhalbierung: Kein Verkauf des Handynetzes

Trotz Gewinneinbruch: 1&1-Chef Dommermuth hält am eigenen Mobilfunknetz fest

In der deutschen Telekommunikationsbranche sorgt die Strategie von 1&1 für Aufsehen. Chef Ralph Dommermuth (62) weist hartnäckige Gerüchte über einen möglichen Verkauf des eigenen Mobilfunknetzes entschieden zurück. Dies bekräftigte er trotz einer dramatischen Halbierung des Unternehmensgewinns im vergangenen Geschäftsjahr.

Ausbau des vierten deutschen Mobilfunknetzes schreitet voran

Das Unternehmen aus Montabaur treibt den Netzausbau kontinuierlich voran. Anfang 2026 waren bereits mehr als 2.000 Antennen-Standorte in Betrieb, wie 1&1 offiziell mitteilte. Im Jahr 2025 wurden durchschnittlich 300 neue Basisstationen pro Quartal aktiviert. Für 2026 plant das Unternehmen, dieses Ausbautempo beizubehalten.

„Wir wachsen weiter und erreichen mit diesen Standorten über 25 Prozent der Haushalte“, erklärte Dommermuth selbstbewusst. Allerdings bleibt die Konkurrenz deutlich größer: Vodafone betreibt etwa 28.000 Mobilfunkstationen, O2 rund 29.000 und die Telekom sogar 36.500. In Regionen ohne eigene Abdeckung nutzen 1&1-Kunden gegen Gebühr das Vodafone-Netz.

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Gewinn halbiert sich – Roaming-Kosten als Hauptgrund

Die jüngsten Jahreszahlen zeigen eine gemischte Bilanz. Der Umsatz stieg 2025 um 1,8 Prozent auf etwa 4,1 Milliarden Euro. Beim Gewinn sieht die Situation jedoch deutlich schlechter aus: Der Nettogewinn halbierte sich nahezu auf 166 Millionen Euro. Als Hauptgründe nannte das Unternehmen höhere Roaming-Gebühren an Vodafone als ursprünglich kalkuliert sowie gestiegene Abschreibungen durch Investitionen in Rechenzentren und Antennen.

Dommermuth schließt Verkauf kategorisch aus

Immer wieder kursieren Spekulationen, ob der spanische Konzern Telefónica (O2) Interesse an einer Übernahme von 1&1 haben könnte. Ein solcher Schritt würde die Zahl der deutschen Mobilfunknetze wieder auf drei reduzieren. Doch Dommermuth, der zugleich Hauptaktionär der Muttergesellschaft United Internet ist, stellt klar: „Ich habe nicht vor, das Unternehmen zu verkaufen.“

Seine Begründung fällt optimistisch aus: „Wir sind aus dem Schlimmsten draußen. Warum sollten wir jetzt das Unternehmen verkaufen, die Party hat ja noch gar nicht begonnen.“ Diese Aussage unterstreicht die langfristige Strategie des Unternehmens, trotz aktueller finanzieller Herausforderungen am Aufbau eines eigenständigen Mobilfunknetzes festzuhalten.

Die Telekommunikationsbranche bleibt somit gespannt, ob 1&1 mit seiner Ausbaustrategie langfristig gegen die etablierten Konkurrenten bestehen kann. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der eingeschlagene Kurs Früchte trägt.

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