Mobilfunk in MV: Weiße Flecken schwinden - fast flächendeckende Versorgung erreicht
Handys und Smartphones sind die meistgenutzten Kommunikationsmittel weltweit. Doch selbst die besten Geräte sind ohne Empfang nutzlos. Im Nordosten Deutschlands ist dieses Problem inzwischen selten geworden, wie aktuelle Daten belegen.
Funklöcher schrumpfen auf Fußballfeldgröße
Ob HD-Filme, Online-Banking oder Video-Chats in sozialen Netzwerken: Der Datenverkehr auf der mobilen Autobahn nimmt auch in Mecklenburg-Vorpommern stetig zu. Entsprechend intensivieren die Mobilfunkanbieter ihren Infrastrukturausbau. Parallel investiert das Land in Funkmasten, um eine möglichst flächendeckende Versorgung zu gewährleisten. Die Ergebnisse sind beeindruckend.
Laut Zahlen der Bundesnetzagentur existieren in MV nur noch etwa 220.000 Quadratmeter reine Funklöcher, in denen nicht einmal Sprachtelefonie nach dem alten 2G-Standard verfügbar ist. Diese Fläche entspricht lediglich gut 30 Fußballfeldern. Bei den moderneren Standards 4G (LTE) und 5G gibt es noch rund 260 Quadratkilometer ohne Versorgung durch mindestens einen Anbieter.
Über alle Mobilfunknetzbetreiber hinweg besteht damit auf der gesamten Landesfläche eine Versorgung von 98,52 Prozent mit 4G und 96,64 Prozent mit 5G. Für 2G gibt der Breitbandatlas der Bundesnetzagentur eine nahezu 100-prozentige Abdeckung an, wie das für Digitalisierung zuständige Schweriner Innenministerium bestätigt.
Landesgesellschaft treibt Ausbau voran
Funkmasten und Anlagen auf Dächern bilden die Grundvoraussetzung für den Netzausbau. Das Land engagiert sich besonders in Gebieten, in denen kein privatwirtschaftlicher Ausbau erfolgt. Zu diesem Zweck wurde 2020 die landeseigene Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft MV (FMI) gegründet.
Bisher hat die FMI vier von insgesamt 16 geplanten Mobilfunkmasten errichtet und an Netzbetreiber vermietet. Die Investitionskosten belaufen sich auf etwa 670.000 Euro pro Mast. „Weitere fünf Standorte wurden baulich errichtet, es fehlt aber noch die Strom- und Leerrohranbindung“, erklärt eine Ministeriumssprecherin. Bis Ende 2025 wurden rund fünf Millionen Euro investiert, wobei das Land insgesamt 25 Millionen Euro bereitstellte.
Telekom und Vodafone expandieren
Die Telekom verbreitet ihre Mobilfunksignale in MV über etwa 1.000 Funkmasten. Die 5G-Flächenversorgung liegt aktuell bei über 93 Prozent. „In sehr dünn besiedelten oder unbesiedelten Gebieten bieten wir keinen 5G-Mobilfunk“, erläutert Unternehmenssprecher Georg von Wagner. Dort stehe jedoch das 4G-Netz mit Übertragungsbandbreiten von bis zu 300 Mbit/s zur Verfügung.
Die Masten gehören der Tochter Deutsche Funkturm und werden auch von anderen Anbietern gegen Miete genutzt. Umgekehrt greift die Telekom auf Masten der Konkurrenz zurück. Der Ausbau schreitet kontinuierlich voran: Erst im Februar begannen zwischen Nieder Steffenshagen und Ober Steffenshagen im Kreis Rostock Bauarbeiten für einen 47 Meter hohen Stahlgittermast.
„In erster Linie werden Kundinnen und Kunden der Telekom von unserem Mast profitieren, wir bieten unseren Standort aber auch allen anderen Mobilfunkanbietern an, so dass keine zusätzlichen Masten errichtet werden müssen“, sagte Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer der Deutschen Funkturm, beim Baustart. Eine Mobilfunkstation gehe in der Regel sechs bis zwölf Monate nach Bauabschluss in Betrieb.
Vodafone betreibt in MV derzeit 932 Mobilfunkstationen und plant weitere Expansion. Bis Mitte 2027 sollen 27 neue Standorte in Betrieb genommen werden, um verbleibende Funklöcher in der mobilen Breitbandversorgung zu schließen oder präventiv zu vermeiden.
Datenverkehr wächst rasant
Für den intensiven Ausbau gibt es handfeste Gründe: „Der mobile Datenverkehr in Mecklenburg-Vorpommern wächst rasant - mit einer jährlichen Steigerungsrate von aktuell mehr als 35 Prozent“, erklärt Konzernsprecher Volker Petendorf. Einheimische und Touristen surften immer stärker im mobilen Internet – sei es aus beruflichen Gründen oder für Bankgeschäfte, Online-Buchungen und Bestellungen.
Häufig würden über die Mobilfunknetze auch soziale Medien genutzt, HD-Videos angeschaut, Events aus Kultur und Sport wie Fußball-Bundesliga, Champions League oder Handball im Livestream verfolgt oder Nachrichtenportale konsumiert. „Dieser starken Nachfrage der Bevölkerung tragen wir permanent mit unseren Investitionen in den Netzausbau Rechnung“, so Petendorf.
Autobahngesellschaft unterstützt Ausbau
Auch die bundeseigene Autobahngesellschaft engagiert sich im Ausbau der 5G-Mobilfunklandschaft. „Wir haben den Versorgern die Möglichkeit eingeräumt, uns zu sagen, wo sie gerne auf Autobahngrundstücken stehen würden. Das haben wir großzügig zugelassen und es wurde genutzt“, berichtet Ronald Normann, Direktor der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH.
„Wenn man heute auf Autobahnen durch Brandenburg und auch durch Mecklenburg-Vorpommern fährt, hat man schon wesentlich weniger Funklöcher. Man hat noch ein paar, aber es sind weniger geworden.“ Ohne die zahlreichen Masten wäre ein flächendeckender Mobilfunkempfang in der weitläufigen Region kaum realisierbar.



