Telekom setzt auf Starlink zur Schließung der letzten Funklöcher
Echte Funklöcher sind in Deutschland zwar selten, doch wenn man in einem solchen Gebiet festsitzt, kann das äußerst frustrierend sein. Um dieses Problem endgültig zu lösen, wenden sich die Mobilfunkbetreiber nun dem Weltraum zu. Die Deutsche Telekom hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine wegweisende Partnerschaft mit dem Satelliten-Internetanbieter Starlink von Elon Musk angekündigt.
Ab 2028 Satelliten-Internet für Handynutzer
Der Bonner Konzern plant, ab dem Jahr 2028 Handynutzer in bisherigen Funklöchern über Satelliten im Weltall zu verbinden. Laut aktuellen Daten der Bundesnetzagentur umfassten die Telekom-Funklöcher im Herbst des vergangenen Jahres etwa 1,2 Prozent der deutschen Landesfläche. Bei den Wettbewerbern Vodafone und O2 waren es jeweils 1,7 Prozent, wo nicht einmal grundlegende 2G-Verbindungen möglich waren.
Mit dem Einkauf von Satellitenverbindungen will die Telekom die Situation für ihre Kunden deutlich verbessern. Allerdings gibt es einen entscheidenden Haken: Derzeit sind kaum Smartphones auf dem Markt, die die erforderliche Direct-to-Device-Technologie unterstützen. Die Telekom zeigt sich jedoch optimistisch, dass sich dies in den kommenden Jahren ändern wird und entsprechend viele Kunden ab 2028 überall in Deutschland Netzempfang erhalten werden.
Technische Voraussetzungen und Einschränkungen
Für eine erfolgreiche Verbindung ist es zwingend notwendig, dass der Smartphone-Nutzer freie Sicht zum Himmel hat. Das bedeutet, dass man sich nicht in geschlossenen Räumen oder unter dichtem Blätterdach im Wald aufhalten darf. Satellitenverbindungen dienen somit primär als Notlösung für abgelegene Gebiete.
Abdu Mudesir, Technologievorstand der Telekom, betonte, dass sein Unternehmen weiterhin intensiv in den konventionellen Netzausbau investiere. Es gebe jedoch nach wie vor Regionen, in denen der Ausbau aufgrund topografischer Gegebenheiten oder strenger Naturschutzauflagen besonders komplex sei. „Auch dort wollen wir zuverlässige Konnektivität für unsere Kunden sicherstellen, deshalb ergänzen wir unser Netz strategisch um Satellite-to-Mobile-Konnektivität“, erklärte Mudesir.
Internationale Zusammenarbeit und neue Technologie
Stephanie Bednarek, Vertriebsmanagerin bei Starlink, zeigte sich auf dem MWC-Messestand der Telekom äußerst zufrieden mit der neuen Vereinbarung. „Wir werden zuverlässige Satellite-to-Mobile-Konnektivität in zehn Ländern für Millionen von Menschen bereitstellen“, sagte Bednarek. Zu diesen Ländern zählen Deutschland und Österreich.
Die Partnerschaft basiert auf einer speziellen Technologie namens „V2 next-generation Technology“, die Daten, Sprache und Nachrichten direkt auf das Mobiltelefon überträgt. Diese Vereinbarung ist die erste ihrer Art, die auf diese innovative Technologie zurückgreift.
Wettbewerber verfolgen alternative Strategien
Die Konkurrenten der Telekom setzen ebenfalls auf Satellitenverbindungen, jedoch nicht mit Starlink. Vodafone hat gemeinsam mit dem US-Satellitenbetreiber AST das Gemeinschaftsunternehmen Satellite Connect Europe gegründet. Dieses soll bereits im Laufe dieses Jahres erste Angebote auf den europäischen Markt bringen, wobei der genaue Umfang noch unklar ist.
Der französische Netzbetreiber Orange und der spanische Anbieter Telefónica haben ebenfalls bekannt gegeben, das Angebot von AST nutzen zu wollen. Damit zeichnet sich ein spannender Wettbewerb im Bereich der satellitengestützten Mobilfunkversorgung ab, der die Telekommunikationslandschaft in Europa nachhaltig verändern könnte.



