Jüngster Festwirt Bayerns übernimmt historischen Weissbierstadl in Abensberg
In der bayerischen Gemeinde Abensberg, die für das traditionsreiche Volksfest Gillamoos bekannt ist, vollzieht sich ein bedeutender Generationswechsel in der Gastronomieszene. Der historische Weissbierstadl des Weißbierbrauers Kuchlbauer, der seit den frühen 1980er Jahren besteht, wird nun von einem jungen Nachfolger übernommen. Luis Schöniger, der gerade einmal 19 Jahre alt ist, soll damit Bayerns jüngster Festwirt werden und eine jahrzehntealte Familientradition fortführen.
Traditioneller Eventstadl mit großer Kapazität
Der 36 Meter lange Stadl bietet mit einem Volumen von etwa 4.600 Kubikmetern Raum für bis zu 800 Gäste. Zusammen mit dem angeschlossenen Biergarten können insgesamt bis zu 2300 Besucher bewirtet werden. Die Location dient seit Jahrzehnten als Veranstaltungsort für Hochzeiten, Firmenfeiern, Weihnachtsfeiern und den bekannten politischen Frühschoppen während des Gillamoos-Volksfestes.
Brauerei-Chef Jacob Horsch hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, das Konzept bis zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2030 zu überarbeiten. Dabei sollen Investitionen getätigt und Neues gewagt werden, während Bewährtes bewahrt bleibt. Das bisherige Pachtverhältnis mit Julia Zirovnik und Harald Hagl endet jedoch zum 30. Juni.
Erfahrene Wiesn-Wirtsfamilie übernimmt die Leitung
Ab August wird die neu gegründete Schöniger Event GmbH mit Sitz in Abensberg den Betrieb übernehmen. Geschäftsführer sind der angehende Festwirt Luis Schöniger und sein Vater Peter Schöniger. Die Familie Schöniger ist seit Jahren als Festwirte etabliert: Sie betreiben das Kuchlbauer-Zelt auf dem Gillamoos, sind seit 33 Jahren Wirte der Festhalle Bayernland auf dem Münchner Frühlingsfest und haben seit 2025 auch ein Zelt auf der Oidn Wiesn – die Boandlkramerei.
Luis Schöniger wird schrittweise mehr Verantwortung übernehmen und die Location schließlich eigenständig leiten. Unterstützung erhält er dabei von Petar Folic, der als neuer gastronomischer Leiter fungiert. Der 35-Jährige bringt wertvolle Erfahrung vom Nockherberg mit und war bereits als Küchenchef in der Boandlkramerei tätig. Sein Konzept für den Weissbierstadl setzt auf Regionalität gepaart mit einer transparenten und preiswerten Küche.
Historische Verbindung über Generationen hinweg
Die Übernahme knüpft an eine jahrzehntealte Geschäftsbeziehung an, die bis in die frühen 1980er Jahre zurückreicht. Damals gründeten Heinz Schöniger und Leonhard Salleck, die Väter von Peter Schöniger und Brauerei-Chef Jacob Horsch, das Aloysius Bockbierfest – ein traditionelles Starkbierfest. Luis Schöniger tritt damit in die Fußstapfen seines Großvaters und wird gleich zu Beginn seiner Karriere ein Fest wieder aufleben lassen, das seinen Ursprung in den visionären Plänen seines Opas hat.
Erste Umstrukturierungen werden bereits zum kommenden Gillamoos vom 3. bis 7. September spürbar sein. Bauliche Veränderungen, die die Brauerei plant, folgen dann in den darauffolgenden Monaten. Bis 2027 soll der Stadl vollständig renoviert sein – pünktlich zur Rückkehr des Aloysius Bockbierfests. Diese Entwicklung markiert nicht nur einen frischen Aufbruch für den traditionsreichen Standort, sondern auch den Beginn einer vielversprechenden Karriere für den jüngsten Festwirt Bayerns.



