50 Millionen Euro versenkt: Riesiger Freizeitpark in Rotterdam droht nie zu öffnen
50 Millionen Euro versenkt: Freizeitpark Rotterdam droht nie zu öffnen

50 Millionen Euro versenkt: Riesiger Freizeitpark in Rotterdam droht nie zu öffnen

Statt fröhlichem Kinderlachen herrscht gespenstische Stille, statt langer Warteschlangen nur leere Wege. Mitten im Rotterdamer Hafen steht ein Freizeitpark, der äußerlich vollständig fertiggestellt wirkt – doch er wird wahrscheinlich niemals seine Tore für Besucher öffnen. Das gigantische "Rivoli"-Projekt auf einem 25.000 Quadratmeter großen Areal gleicht einem Geisterpark, in dem sich kein einziges Riesenrad dreht und alle Attraktionen verwaist sind.

Ein Traumprojekt wird zum Albtraum

Hinter dem scheinbar toten Projekt steht der 76-jährige Niederländer Hennie van der Most, der auch als "König der Freizeitparks" bekannt ist. Nach seinem großen Erfolg mit der Umwandlung des stillgelegten Schnellen Brüters in Kalkar zum "Wunderland" wollte er mit dem "Rivoli" in Rotterdam ein neues Kapitel schreiben und sich einen Lebenstraum erfüllen. Doch dieser Traum droht nun zu platzen.

"Hier war ursprünglich eine Müllverbrennungsanlage", erklärt Han Groot Obbink, Manager von van der Most, die Ausgangslage. "Allein die Bodensanierung und die Vorbereitung des Gebäudes für den Umbau dauerten mehrere Jahre." Hinzu kamen verzögerte Genehmigungsverfahren, für einige Attraktionen wurden sogar gar keine Genehmigungen erteilt.

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Eine Kette von Problemen

Die Schwierigkeiten häuften sich: Zu wenig Stromanschluss, ein Brand auf dem Gelände und schließlich der vollständige Geldmangel, weil während der Corona-Pandemie die Einnahmen aus anderen Parks ausblieben. Seit bereits 14 Jahren – viel länger als ursprünglich geplant – wird im Rotterdamer Hafen gebaut.

Van der Most hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 50 Millionen Euro in das Projekt investiert. Aktuell fehlen etwa 7 Millionen Euro für die Tilgung der Kredite, zusätzliches Geld wäre für die endgültige Fertigstellung des "Rivoli" notwendig. Alle bisherigen Bemühungen, neue Finanzierungsquellen zu erschließen, sind gescheitert.

Konflikt mit der Stadt Rotterdam

Ein zusätzliches Problem stellt das angespannte Verhältnis zur Stadt Rotterdam dar. Das Gelände ist nur gepachtet, und der Vertrag läuft lediglich bis 2030. "Die Stadt möchte den Vertrag nicht verlängern", so Manager Groot Obbink. "Wir haben die Vermutung, dass dort stattdessen Wohnungen gebaut werden sollen."

Diese fehlende Planungssicherung schreckt potenzielle Investoren ab, die bereits eingeflossenes Geld zurückfordern. Sogar eine Bürgerbeteiligung wurde erwogen, um das Projekt zu retten, doch die Zeit läuft davon: Eine Zwangsversteigerung ist bereits für den 21. April angesetzt.

Das drohende Ende eines Lebenswerks

Für Groot Obbink wäre eine Zwangsversteigerung gleichbedeutend mit dem Abriss des gesamten Parks. "Für Hennie van der Most ist das ein persönliches Drama", betont er. "Er beschäftigt 2500 Menschen in seinen gut funktionierenden Betrieben und hat sein ganzes Vermögen in das 'Rivoli' gesteckt. Es sollte sein Lebenswerk werden."

Während die meterhohen Attraktionen weiterhin leer stehen und nur von wenigen Handwerkern in Schuss gehalten werden, scheint das Schicksal des Freizeitparks besiegelt. Ein Projekt, das einst Freude für tausende Besucher bringen sollte, endet als Mahnmal gescheiterter Visionen und finanzieller Fehlkalkulationen.

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