Überraschungsreisen: Start-up Blookery begeistert Tausende mit Geheimzielen
Überraschungsreisen: Blookery begeistert Tausende

Es ist nun fast ein Jahrzehnt her, dass Kevin Kiesewetter und Jannis Jäger ihre Firma Blookery gründeten. Der damals 26-jährige Kevin hatte die Idee nach einer Reise mit Freunden. „Wir standen vor dem Problem, dass jeder eine eigene Idee und Meinung hatte und diese dann in der WhatsApp-Gruppe schrieb, aber sich letztlich niemand verantwortlich fühlte.“

Mehr als 10.000 überraschte Reisende

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen über 10.000 Reisende überrascht. Das Buchen ist denkbar einfach, wie Kevin Kiesewetter beschreibt: „Man geht auf unsere Seite www.blookery.de und wählt entweder Flug und Hotel oder nur Hotel mit eigener Anreise. Dann gibt man seine Wünsche ein.“

Das System fragt Abflugort, Reisezeitraum und -dauer (zwei bis sechs Tage), Personenzahl sowie das Budget ab. Nutzer können Reiseregionen auswählen und vorgeschlagene Städte kostenfrei ausschließen, etwa weil sie diese bereits kennen.

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Innerhalb weniger Stunden schickt das Team ein Angebot, das unter anderem informiert, zu welcher Tageszeit die Flüge stattfinden und ob das Hotel mit Frühstück gebucht werden kann. „Aber das Reiseziel bleibt geheim.“

Spannung bis zum Schluss

Erst nach der verbindlichen Buchung erfährt der Urlauber – entweder kurz danach oder beispielsweise sieben Tage vor Abflug, auf Wunsch auch noch später –, wohin die Reise geht. Das Unternehmen beschränkt die Reiseziele auf Europa und wählt ausschließlich Ziele aus, die man per Direktflug erreicht.

Eintauchen in andere Kulturen

„Ich liebe Städtetrips. Schon vor der Gründung von Blookery bin ich viel gereist. Es ist spannend, innerhalb von zwei Stunden Flugzeit eine komplett andere Kultur kennenzulernen. In dieser Zeit fliegt man schnell nach Spanien oder Portugal“, sagt Kevin Kiesewetter.

„In Portugal haben mir Lissabon und Porto super gut gefallen. Auch im Osten habe ich viel entdeckt: Polnische Städte wie Danzig oder Warschau sind super sehenswert, genauso wie Budapest. Ich war bereits in vielen größeren Städten unterwegs, und jede Stadt hat ihren eigenen Charme. Ich laufe dort gerne einfach los, gehe öfter zu Fuß und nehme nicht immer Bahn oder Bus. So entdecke ich Dinge, die ich sonst verpasst hätte. In Paris fährt man zum Beispiel viel Metro und bewegt sich unterirdisch – da sieht man nicht viel. Deshalb steige ich lieber zwei Stationen früher aus und laufe den Rest. So entdecke ich ganz andere Seiten der Stadt. Diesen Tipp kann ich auf jeden Fall mitgeben“, so der 36-Jährige.

„Für mich ist die konkrete Stadt oft zweitrangig. Man findet überall etwas, das einem gefällt. Wichtig ist, dass die Reisebegleitung passt und man gemeinsam Spaß hat. Wenn man sich darauf einlässt, klappt das auch. Dann können Rom, Barcelona oder Riga super schön sein, weil man in jeder Stadt etwas richtig Cooles erleben kann.“

Recherche nach den besten Preisen entfällt

Immer mehr Menschen gönnen sich diesen kleinen Nervenkitzel – und dafür gibt es Gründe. „Das ist etwas für alle, die Überraschungen lieben, aber auch für sehr viele, die keine Lust haben zu recherchieren. Man kennt das: Man startet die Recherche im Netz, öffnet die Seite, schaut sich Angebote an, hat am Ende 20 Angebote angesehen, schließt die Tabs – und dann liegt alles 23 Tage herum. Danach denkt man: Man war doch dran, man öffnet die Seite wieder, kommt aber nicht zum Schluss und investiert ewig Zeit.“

Urlauber vertrauen dem Team blind

Sie alle eint eines: Sie haben Lust auf ein Abenteuer, wollen ihren Horizont erweitern und Land sowie Leute kennenlernen. „Wir bekommen vielfach das Feedback, dass viele diese Stadt gar nicht auf dem Schirm hatten. Die Leute vertrauen uns blind, und wir garantieren ein zentral gelegenes, sauberes Hotel – also mitten im Geschehen. Wir prüfen die Hotels im Vorfeld online und schauen uns die Bewertungen an.“

Buchungen gehen zurück

Kevin Kiesewetter sagt, die Wirtschaftskrise und die Auswirkungen des Krieges zwischen USA/Israel und dem Iran hätten das Buchungsverhalten verändert. Zum einen sinkt die Kundennachfrage leicht, obwohl lange Wochenenden bevorstehen, die viele normalerweise für Städtereisen nutzen. Zum anderen verunsichern die Flugpreise.

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Verschiedene Medien berichten, dass Airlines die Preise nachträglich anpassen, weil das Kerosin teurer geworden ist. „Wir müssen schauen, wie wir bestmöglich durch diese Krise kommen“, so Kiesewetter. Sein Unternehmen würde solche Mehrkosten 1:1 an die Kunden weitergeben, weil es keine Pauschalreisen verkauft, sondern einzelne Reiseleistungen. Das entspräche genau dem Vorgehen, wenn der Kunde selbst das Ticket bei der Airline bucht. Bisher ist dieser Fall nicht eingetreten. „Wir hoffen, es hält sich in Grenzen oder kommt gar nicht vor – je nachdem, wie sich die Lage entwickelt. Das müssen wir intern im Zweifel auch spontan entscheiden.“