BILD-Reporter auf Nacktkreuzfahrt: Geständnisse eines FKK-Matrosen nach sieben Tagen
BILD-Reporter auf Nacktkreuzfahrt: Geständnisse nach sieben Tagen

BILD-Reporter auf FKK-Kreuzfahrt: Geständnisse eines Nacktmatrosen nach sieben Tagen

Warum ich plötzlich bekleidet durch das Schiff schleichen musste – eine unerwartete Nacktpause

Oranjestad (Aruba) – Nach sieben Tagen auf einer FKK-Kreuzfahrt muss ich ein persönliches Geständnis ablegen. Gestern Abend habe ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Kleidung getragen und mich bekleidet über das Schiff geschlichen. Ich benötigte dringend eine Nacktpause, eine Auszeit von der permanenten Freikörperkultur.

Das Gefühl des Betrügers inmitten nackter Passagiere

Mein Ausflug in die Bekleidung begann im „O’Sheehans“-Pub, einem der wenigen Orte an Bord, wo Kleidung vorgeschrieben ist. Hier gibt es das einzige Fassbier der Kreuzfahrt, das für zehn Dollar pro Glas zu haben ist. Nach diesem Besuch konnte ich mich einfach nicht mehr dazu durchringen, mich erneut zu entkleiden. Wie ein Betrüger stand ich später auf der Tanzfläche am Pool-Deck, umgeben von nackten Menschen. Das Gefühl erinnerte mich an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“, allerdings in komplett umgekehrter Form.

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Ein Tag auf Aruba und die Rückkehr zum Mutterschiff

Heute verbrachte ich einen Tag an einem Strand der Insel Aruba, wo unser Schiff vor Anker gegangen war. Der beständige Passatwind milderte die karibische Hitze spürbar ab. Morgen setzen wir unsere Reise fort und steuern Jamaika an. Ich habe mich bereits so sehr an das gemütliche Mutterschiff gewöhnt, dass ich eineinhalb Stunden vor dem eigentlichen Ablegen wieder an Bord zurückkehrte.

Kommunikation wie in den 1980er Jahren

Für das Abendessen habe ich mich mit einem sympathischen polnischen Rentnerpaar verabredet. Unser Ziel ist das „Summer Palace“, ein Restaurant, das im Stil der Titanic eingerichtet ist. Da die meisten Passagiere das teure Internet-Paket von vierzig Dollar pro Tag nicht gebucht haben, kommunizieren wir an Bord wie in den 1980er Jahren: mit handgeschriebenen Zetteln und über das Zimmertelefon. Kleine Notizen an den Kabinentüren sind an der Tagesordnung.

Der geheimnisvolle Flamingo und musikalische Herausforderungen

Mein aufblasbarer Flamingo hat überlebt, doch seit ich erfahren habe, dass er auf Kreuzfahrten einen geheimen Swinger-Code darstellt, bleibt er sicher in meiner Kabine verwahrt. Abends übe ich ein wenig Ukulele, denn im Bordtheater findet eine nackte „Talent Show“ statt. Eine Nudistin bat mich, sie auf dem Instrument zu begleiten, während sie „Stand by your Man“ singt. Sie ahnt nicht, dass ich die Ukulele kaum beherrsche. Als Nacktreporter dachte ich mir jedoch: Man sollte keine Angst vor einem Auftritt im Adamskostüm haben.

Bessere Gespräche ohne Kleidung

Beim Nacktbowling im Heck des Schiffs lernte ich Teiko (49) kennen, die in Maryland lebt und für die Regierung arbeitet. Es ist bereits ihre zweite Nacktkreuzfahrt. Teiko erklärt: „Es verbindet meine beiden Lieblingshobbys: Kreuzfahrten und nackt sein. Menschen können dich nicht nach deiner Kleidung beurteilen, sondern nur nach dem Inhalt der Gespräche. So lernt man sich wirklich besser kennen!“ Ihre Familie und Freunde wissen nur, dass sie auf einer Kreuzfahrt ist, nicht jedoch, dass alle Passagiere nackt sind. „Ich werde es meinen beiden Kindern erzählen, wenn ihre Gehirne voll entwickelt sind“, sagt sie lachend. „So mit etwa 28 Jahren.“

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