Bus stürzt in den Baikalsee: Acht Tote nach Eisbruch trotz Fahrverbot
Bus stürzt in Baikalsee: 8 Tote nach Eisbruch

Tragödie am tiefsten See der Welt: Bus stürzt in den Baikalsee

In einer schockierenden Katastrophe ist am Freitagnachmittag ein Kleinbus mit Touristen auf dem zugefrorenen Baikalsee in Sibirien durch das Eis gebrochen und in die eiskalten Fluten gestürzt. Bei dem Unglück kamen acht Menschen ums Leben, darunter ein Kind. Nur eine Person konnte sich retten. Der Bus war auf dem Weg zum Kap Choboi, dem nördlichsten Punkt der Insel Olchon, einem beliebten Ausflugsziel in der Region.

So passierte das Unglück auf dem Eis

Lokale Medien berichten, dass der Bus an einer etwa drei Meter breiten Öffnung in der Eisdecke durchbrach und in die Tiefe sank. An der Unglücksstelle ist der Baikalsee, der mit über 1500 Metern der tiefste See der Welt ist, etwa 18 Meter tief. Unterwasserkameras zeigten die Umrisse des Fahrzeugs neben der Eiskante. Rettungskräfte bargen bis zum Abend sieben Tote, während die Suche nach dem letzten Vermissten andauerte.

Bergungsarbeiten und Ermittlungen laufen

Laut Igor Kobzew, dem Gouverneur der Region Irkutsk, konnte sich lediglich ein Tourist aus dem sinkenden Bus befreien. Die Opfer sind sechs chinesische Urlauber, darunter ein Ehepaar mit ihrem 14-jährigen Kind, ein Einheimischer und der Busfahrer. Der Überlebende wurde in einem Hotel untergebracht. Die Polizei hat inzwischen ein Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Fahrlässigkeit. Brisant ist, dass die Touristen den Ausflug nicht über einen offiziellen Reiseveranstalter gebucht hatten, sondern direkt mit einem nicht registrierten, einheimischen Reiseleiter vereinbarten – was in Russland illegal ist.

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Fahrverbot auf dem Eis ignoriert

Besonders alarmierend ist, dass aufgrund warmer Witterung derzeit ein Fahrverbot auf dem Eis des Baikalsees gilt. Die Überfahrt zur Insel Olchon war gesperrt, doch der Bus fuhr trotzdem. Der Baikalsee friert im Winter komplett zu, mit Eisdecken von über einem Meter Dicke, doch Temperaturen bis -50 Grad und unbeständige Bedingungen machen das Befahren riskant.

Chinesischer Tourismus boomt in Sibirien

Der Baikalsee ist im Winter ein beliebtes Ziel für Touristen, insbesondere aus China. In den letzten Jahren hat der chinesische Tourismus in Russland stark zugenommen, begünstigt durch die politische Annäherung zwischen den Nachbarn. Besucher nutzen die Eisfläche für Aktivitäten wie Schlittschuhlaufen, Radfahren, Wandern und Skifahren. Dieses Unglück wirft nun kritische Fragen zur Sicherheit und Regulierung solcher Ausflüge auf.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Umstände, die zu diesem tragischen Vorfall führten, während die Gemeinschaft um die Opfer trauert und nach Antworten sucht.

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